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11. / 12. / 13. Juni 2008 Anreise / Erster Tag in Brisbane

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Nach 27stündiger Reisezeit haben wir endlich wieder DOWN UNDER erreicht. Die Flüge waren sehr angenehm, aber zurzeit sind wir trotzdem völlig am Ende… Das Schönste ist, wie in jeder australischen Stadt, der Botanische Garten – endlich Ruhe, nach dieser langen Reise. Zeit, das Auge und die Seele mit dem Grün und Blau Australiens zu verwöhnen und zwischen orange leuchtenden Blütenkelchen einen knallgrünen Papagei zu beobachten.  Es ist Herbst in DOWN UNDER - und es wird bereits um 17.00 h dunkel. Das ist für uns, die frisch aus dem nordischen Sommer angereist sind, etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist jedoch sonnig und warm. Am Abend gibt es eine Kürbiscremesuppe … wir müssen jetzt erst mal ankommen … alles irgendwie verdreht…

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Um 18.00 h liegen wir völlig erschlagen im Bett. Es ist eine Erlösung, das Licht zu löschen und in den wohlverdienten Schlaf zu fallen. Um 21.30 h ist die Nacht jedoch wieder vorbei. Wir sind hellwach, fühlen uns nach einigen Stunden Schlaf schon viel besser und stellen fest, dass unsere Suite im Quay West sehr schön ist! Zur geräumigen Suite gehört ein großer Balkon mit Blick auf den City Garden. Der Garten hat uns in den ersten Stunden nach unserer Ankunft wieder sehr viel Kraft gegeben, wenn ich so den ersten Tag an mir vorüberziehen lasse. Zur besonderen Attraktivität des Gartens gehört der Mangroven-Walk. Das Licht war den ganzen Tag über wunderbar zum Fotografieren und wir haben unsere Lieblingsbäume und –pflanzen endlich wiedergesehen. Auch unsere alten Freunde, die lustigen Kookaburras (Der Lachende Hans) und die so andersartig und witzig klingenden australischen Krähen haben wir wieder gehört. Wir sind nun also wieder da – in unserem Traumland. Mittlerweile ist es schon 24.00 h und ich komme nicht zur Ruhe … dieser Jetlag …

Ich denke über unseren kurzen Abstecher in den City Business District (CBD) nach. Wir haben die City Hall besucht. Diese befindet sich in einem Sandsteingebäude aus dem Jahr 1930. Von der Aussichtsplattform des Glockenturms hat man einen übersichtlichen Blick auf die Stadt. Es sind einzelne Sandsteingebäude sowie Queenslander Villen mit ihren einladenden Veranden zwischen hohen Gebäuden aus Chrom und Glas zu erkennen – sieht alles ziemlich durcheinander aus – wir können uns wirklich schönere Städte als Brissie vorstellen – aber die Leute sind warmherzig, offen und freundlich. Wir sind in einem alten Fahrstuhl zur Aussichtsplattform gefah­ren. Diese kurze Auffahrt wurde von einem alten und einem jungen Mann geführt. Ersterer erzählte uns alles Wissenswerte über den Bau des Rathauses. Vieles las er dazu von einem Blatt ab. Außerdem wies er darauf hin, dass diese Attraktion „for free“ sei. Ja – Brisbane – leider sind die Bausünden der letzten 30 Jahre zu offensichtlich – schade. Aber es warten noch andere Teile der Stadt außer dem CBD darauf, erkundet zu werden. Hoffentlich kann ich jetzt noch ein paar Stunden schlafen...

14. Juni 2008 Brisbane

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Heute, am ersten „richtigen“ Tag in Australien, sieht die Welt schon viel besser aus! Trotz der üblichen Wachperioden haben wir sehr gut geschlafen. Das Wetter ist traumhaft, blauer Himmel und goldener Sonnenschein von morgens bis abends! Zum Frühstück gehen wir in ein gemütliches Bistro – es gibt Bananenbrot mit Maple Syrup und Blauschimmelkäsecreme. Thomas wählt ein Canadian Toast mit Beeren, Schinken, Vanillecreme und Maple Syrup. Einfach köstlich! Frisch gestärkt und ausgeruht finde ich bei Guilpies meinen ersten echten Opal. Ich kann nun einen echten Black Opal mein eigen nennen, der in den schönsten schwarzen und grünen Tönen schimmert und wunderbar zu meinem Hochzeitskleid passt. Thomas findet einen witzigen Schlips mit Kängurus darauf, außerdem stürmen wir einige CD Läden und kaufen schon mal eine mit australischer Musik.

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Nachdem wir unsere Schätze ins Hotel zurückgebracht haben, geht es mit dem City Cat, einem Schnellboot, zu den Southbanks, wo wir bei herrlichstem Sonnenschein die entspannte Atmosphäre Brisbanes genießen. Bei den Southbanks handelt es sich um eine hübsche Parkanlage am Ufer des Brisbane River. Wir genießen einen kleinen Snack im Freien mit Blick auf die Skyline von Brisbane, bevor wir uns zu Fuß auf den Rückweg durch den City Garden ins Hotel machen. Es ist jetzt erst kurz nach 18.00 h – aber wir sind schon wieder total groggy und mir ist trotz des schönen Wetters am heutigen Tage sehr kalt. Wir haben die Heizung angestellt! Unsere Körper finden sich diesmal mit der Umstellung nicht ganz so gut zurecht. Es ist wahrscheinlich schwieriger, vom Sommer in den Winter zu fahren, als umgekehrt. Aber in einigen Tagen sind wir sicherlich voll und ganz angekommen – dann nämlich findet unsere Hochzeit statt. Bis dahin werden wir bestimmt noch sehr viel erleben, worauf wir jetzt schon ganz gespannt sind und uns sehr freuen. Auch wenn es noch so früh ist werden wir jetzt gleich zu Bett gehen. Morgen fliegen wir nach Cairns und fahren von dort nach Port Hinchinbrook.

15. Juni 2008 Port Hinchinbrook

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Wir fliegen von Brisbane nach Cairns. Was für ein Gewusel an einem Sonntagmorgen auf dem Flughafen von Brisbane! In Cairns sind es angenehme 25°C, es ist bedeckt und windig. Am Flughafen nehmen wir einen schnee­weißen Toyota Aurion entgegen. Thomas fädelt sich sofort in den Linksverkehr ein, so als hätte er nie die rechte Straßenseite benutzt – fast schon wie ein echter Aussie... Wir fahren durch Cairns und dann immer den Highway A1 (Bruce Highway) Richtung Townsville entlang an unzähligen Motels, Hotels und Apartmentbauten, die allesamt vom boomenden Tourismus zeugen. Die 92.000 Einwohner-Stadt Cairns ist die Boomtown im Norden und idealer Ausgangspunkt für Touren zum Great Barrier Reef und Ausflüge in den tropischen Regenwald. Ich bin sehr müde und nicke immer wieder kurz ein.

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Endlich haben wir die touristischen Gebiete verlassen, denn unser Weg führt uns nach Port Hinchinbrook. Die Landschaft ist jetzt tropisch, viele Palmen, Zuckerrohr- und Bananenfelder. Wir finden es sehr exotisch. Wir wohnen in einem Bungalow des Port Hinchinbrook Resort Hotel and Marina. Hierbei handelt es sich um eine neue Anlage, die vor Hinchinbrook Island liegt, wohin uns morgen die Fähre bringen wird. Unser Domizil bietet uns einen Blick auf eine wunderschöne Pflanzen- und Königspalmenallee. Es sind auch sehr viele Villen um den Hafen herum erbaut, die noch alle zu haben sind und leer stehen. Wir wissen nicht so recht, wie wir das finden sollen. Trotz der Schönheit wirkt alles so klinisch rein, es ist auch nichts los hier. Vielleicht wird sich das in einigen Jahren ändern. Im offenen Restaurant neben der Anmeldung essen wir sehr leckere Prawns an Chili und Mangohähnchen in Kokosnussmarinade. Nun sitzen wir auf unserer Holzveranda und lauschen den tropischen Gesängen der Zykaden. Es leuchtet ein zunehmender Mond, und das Kreuz des Südens haben wir auch schon in dieser sternenklaren Nacht entdeckt! Draußen vor unserer Villa befindet sich eine Regenwalddusche und ein großer Whirlpool, umsäumt von tropischen Pflanzen, die es bei uns nur in Gewächshäusern zu sehen gibt. Von der üppigen Vegetation sind wir sehr fasziniert.

16. Juni 2008 Hinchinbrook Island

Zwischenzeitlich sind wir schon (fast) im Paradies angekommen, nur das Wetter könnte noch paradiesischer sein... Wir sitzen jetzt bereits in unserem Baumhaus inmitten des Regenwalds mit Blick auf den tosenden Pazifik – absolute Ruhe – nur das Rauschen der Meeresbrandung umgibt uns, nichts trübt den Blick aus unserem Panoramafenster... da stört auch ein (noch) bedeckter Himmel nicht. Es ist eben wie im Paradies! Trotz des immer noch vorhandenen Jetlags (bisher wachten wir jede Nacht dreimal auf und sind dann hellwach) stellen sich Urlaubsgefühle ein. Der Vorteil ist, dass wir am frühen Morgen immer total fit sind. Heute werden wir es sicherlich schon bis 21.00 h aushalten – und dann nichts als Meeresrauschen hören und die absolute Stille genießen.

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Auf der Fähre treffe ich eine Dame, die hier in der Gegend seit 48 Jahren lebt. Als sie hört, dass wir Deutsch sprechen, erzählt Sie uns, dass sie in Lüneburg geboren wurde. Wahnsinn! Wir lernen Emma Schmidt kennen, die auf der Fähre tätig ist. Eine sehr kräftige und resolute Person, die gar nicht wusste, dass sie einen deutschen Namen trägt. Sie ist ganz überrascht dies zu hören. Interessant auch ihre Einstellung zum Leben. Nie möchte sie etwas anderes machen, als mit der Fähre hin- und herzufahren, die Gäste zu betreuen und Wartungsarbeiten an den Fähren auszuführen. Sie würde nie ihren Heimatort Cardwell und ihre Familie verlassen. Sie möchte diesen Job so lange machen, bis sie eine eigene Familie gründet. Besser könne sie es gar nicht haben, was soll sie in einer großen Stadt? Sie arbeitet ja den ganzen Tag an der frischen Luft und lernt immer neue Leute kennen. Nur die Bezahlung könnte besser sein, aber sonst ist Emma mit sich und ihrer Welt zwischen Hinchinbrook Island und ihrem geliebten Heimatort Cardwell im Reinen. Schön, so etwas zu hören. Überall sind jedenfalls deutsche Spuren auszumachen – aber wenn sie denn noch aus der eigenen Heimat kommen und man befindet sich am anderen Ende der Welt, so ist das immer etwas Besonderes.

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Beim Verlassen der Fähre erwartet uns ein besonderes Erlebnis. Wir lernen Sligh kennen. Sligh ist ein Prachtexemplar von einem  Queensland Grouper (Riesenzackenbarsch), der mehr als 2 m lang ist und wie ein Kleinwagen daherkommt. Wir schauen bei der Fütterung von Sligh zu – jeden Tag bei Ankunft der Fähre bekommt Sligh den einen oder anderen leckeren Happen und reißt zur Freude der Touristen sein großes Fischmaul auf. Ansonsten ist dieser sympathische Geselle völlig harmlos und ungefährlich für Menschen. Sligh soll schon seit 15 Jahren vor Hinchinbrook Island leben, ist ca. 20 Jahre alt und ca. 150 kg schwer. Wir haben jedenfalls noch nie so ein Prachtexemplar aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen und sind sehr beeindruckt.

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Hier auf Hinchinbrook Island werden wir herzlich von David, dem General Manager des Resorts, begrüßt. Wir bekommen einen erfrischenden Begrüßungscocktail serviert und David erzählt uns im Schnellverfahren, so wie es auch der lieben Emma eigen ist, was man hier außer Relaxen so alles machen kann: nämlich Wandern, mit dem Boot fahren, wieder Wandern... und außerdem, was wollt ihr eigentlich zu Abend essen? Puuh – ein bisschen viel auf einmal, David, wir werden schon nichts verpassen... O.k. – David führt uns in unser Baumhaus – das ist wirklich etwas ganz, ganz Besonderes. Es ist wie ein Adlernest, ein perfektes Versteck, eingebettet im Regenwald hoch über dem Meer, kaum einzusehen – aber es ist sowieso niemand hier – die perfekte Einsamkeit! Unser Baumhaus ist um einen Felsen gebaut. Ein Teil des Felsens ragt bis an unser Bett. Eine irre Konstruktion! Und dann erst der Ausblick aus unseren Panorama-Fenstern – WOW – wir können sehen, wie die Wellen an den traumhaften Orchid Beach schlagen. Wir erkunden zunächst diesen wundervollen Strand und machen dann einen Spaziergang zur Turtle Bay. Leider sichten wir keine Schildkröten. Unser Weg führt uns weiter durch den dichten Regenwald zum North Shepard Beach. Es ist traumhaft hier! Nun werden wir gleich essen gehen und hoffen, dass wir das Paar aus Melbourne wiedersehen, von welchem wir bereits wissen, dass „er“ in Celle geboren wurde! Wie gesagt, die deutschen Spuren sind überall zu finden, aber dass wir hier auf dieser entlegenen Insel gleich zwei Menschen treffen, die in unserer Heimat geboren wurden, hätten wir nicht erwartet.

17. Juni 2008 Hinchinbrook Island

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Gestern Abend saßen wir in netter Runde zusammen mit Virginia und Edward aus Melbourne und Anita und Jim aus New York. Wir sind die einzigen drei Paare, die einige Tage auf dieser wundervollen Insel verbringen. Virginia und Edward können sich glücklich über ein Ferienhaus in Mission Beach schätzen und haben uns eingeladen, sie dort zu besuchen. Auf diese Einladung werden wir gern zurückkommen. Und wieder haben wir die herzliche und offene Art der Australier gespürt. Es tut der Seele so gut, solche Menschen zu treffen. Gestern haben wir auch noch kleine Wanderungen unternommen. Leider wird es bereits um 17:00 h dunkel, es ist immer noch windig und bedeckt. Meistens friere ich und war bis gestern eigentlich ständig müde. Aber nach dem hervorragenden Essen und einer extra Bettdecke für die Nacht ging es mir schon besser, trotz des üblichen Aufwachens gegen Mitternacht und um 03:00 h morgens.

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Heute unternehmen wir eine Bootsfahrt zu den Mangrovenwäldern. Der Mangrovenwalk führt uns zu einem weiteren wunderschönen Strand, wo wir eine kleine Wanderung unternehmen. Nichts als Weite und tosende Brandung - eine atemberaubende Landschaft, die uns ganz frei fühlen lässt von allem. Leider ist es zu frisch zum Baden, aber die Luft und die Bewegung tun uns sehr gut. Endlich können wir durchatmen! Wir sind ange­kommen in Australien!

Jetzt machen wir gleich einen weiteren herrlichen Strandspaziergang und danach haben wir unseren ersten Berg Wäsche zu waschen. Heute Abend werden wir uns wieder kulinarisch verwöhnen lassen und morgen eine Wanderung unternehmen, die uns an den North und South Shepard Beach sowie zum Makushla Beach führen wird. Am Makushla Beach soll es sogar Krokodile geben...

18. Juni 2008 Hinchinbrook Island

Gestern Abend haben wir herrliche King Prawns genossen. Leider sind unsere neuen Freunde, Virginia und Edward aus Melbourne sowie Anita und Jim aus New York, heute bereits abgereist. Es sind zwar zwei neue Paare hier, aber mit denen hat sich kein so herzlicher Kontakt ergeben. Außerdem ist heute eine 24köpfige Reisegruppe angereist, die soeben total neugierig unser Nest erklommen hat, um „’mal zu gucken“... Die Reisegruppe besteht aus Rentnern, die sehr agil die Felsstufen unseres Adlernests erklommen haben. Es wird also Zeit, morgen abzureisen. Noch aber sind wir in diesem herrlichen Paradies, wo wir uns bereits jetzt super erholt haben. In der letzten Nacht erwachten wir wie üblich um 03.00 h, es regnete und stürmte. Zwischenzeitlich meinen wir jedoch, dass dieses doch etwas kühle Wetter für uns nur Vorteile hat.

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Wir machen uns heute zu einer langen Wanderung auf, welche wir wahrscheinlich bei sengender Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit nie durchgehalten hätten. Der Weg führt uns durch üppigen Regenwald nach Makushla, wo wir leider weder Krokodile noch Dugongs (Seekühe) sichten. In South Australia hatten wir damals nach sieben Tagen schon viel mehr schöne Tiere gesehen als hier... o.k., der azurblaue Schmetterling und tausende von Gespenster­krabben am North Shepard Beach sind auch sehr interessant anzuschauen. Der breite, einsame Strand „North Shepard“ ist der schönste Abschnitt unserer heutigen Wanderung. Es gefällt uns so gut dort, dass wir uns entschließen, nicht von Makushla das Boot zurück zu nehmen, sondern auch zu Fuß zurück zu wandern. Thomas nimmt am North Shepard Beach nach vier Jahren sein erstes Bad im Pazifik. Ich schaffe es leider nicht, mich in die kühlen Fluten zu stürzen, obwohl ich bereits tapfer meinen Badeanzug anhabe... aber das Meer wird auch nicht mehr lange auf mich warten müssen. Zum Glück liegt der Hauptteil dieser Traumreise noch vor uns. Heute spüren wir, was wir getan haben. Einen 11 km langen Walk – aber es tut so gut, sich den ganzen Tag an der frischen Luft zu bewegen. Wir sichten außerdem einen wunderschönen Goanna, der sich von einem Baum hinunterhangelt, über die Terrasse des Haupthauses läuft und mit seiner langen Zunge Regenwasser auffängt, welches sich dort gesammelt hat. Ein wunderschönes Erlebnis!

19. Juni 2008 Hinchinbrook Island

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Um 5:00 h erwache ich und muss die Toilette aufsuchen. Was ich im Spiegel sehe, lässt mich zutiefst erschrecken! Mein rechtes Auge ist völlig zugeschwollen. „Bestimmt hat mich eine der widerlichen Sandfliegen gebissen“, schießt es mir sogleich durch den Kopf, „oder aber es handelt sich um eine allergische Reaktion“. Kurz und gut – drei Tage vor der eigenen Hochzeit „völlig entstellt“ auszusehen macht mich total fertig. Die restliche Schlafenszeit wälze ich mich hin und her, weil ich mich einfach schrecklich fühle. Beim Frühstück zeige ich dann einer Angestellten mein Matschauge, die sofort nach David ruft. Auch David schaut ziemlich entsetzt, als er mich so sieht. Er ruft sogleich den Flying Doctor Service an. Ich finde es dann doch etwas übertrieben, aber man weiß ja nicht, was einen so gebissen haben kann. Ich soll dann mit Ian, dem Flying Doctor aus Cairns sprechen. Ich verstehe zwar nicht so ganz, worauf das hinausgehen soll, aber brav greife ich zum Telefonhörer und beantworte alle möglichen Fragen nach Alter, Reisedauer, was ich gegessen habe, ob mein Jetlag noch anhält, ob ich Medikamente nehme etc. Ian nennt mir wohl irgendwelche Zahlen, aber warum und weshalb verstehe ich nicht. David fragt nach diesen und ich sage kopfschüttelnd, welche Zahlen er denn meint. David ruft also noch einmal Ian an und dann ist das Zahlengeheimnis gelüftet. Jede einsame Insel, abgelegene Orte und auch Schaf­farmen haben einen großen Medikamenten­koffer, wobei die Medizin in diesem Koffer nummeriert ist. Dieser Koffer sieht überall gleich aus. Der Doktor hört sich die Beschwerden der Patienten an, nennt dann eine Nummer des jeweiligen Medikaments und wenn keine Besserung eintritt, ja, dann muss der Doktor einfliegen! In meinem Fall ist dies zum Glück nicht notwendig. Ich nehme zwei Tabletten im Vertrauen auf nichts Böses und bekomme dann auch noch einen eiskalten Umschlag auf das Matsch­auge gedrückt. Bis zu unserer Abreise am späten Nachmittag lege ich dann jede Stunde für 10 Minuten diesen Eisbeutel auf und siehe da, es wird schon besser.

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Mein Fazit nach drei Tagen Hinchinbrook Island: für die Wildnis bin ich wahrscheinlich viel zu empfindlich, alleine schon von der Haut­beschaffenheit. Es ist trotzdem ein wunderschöner Tag. Ich nehme heute mein erstes Bad im Pazifik und wir probieren unsere neue Unterwasserkamera aus. Es ist ein ganz tolles erfrischendes Er­lebnis! Unser Strand mit den drei Kokosnuss­palmen ist ein Traum und sieht einfach wunderschön aus. Nun, da der Himmel so blitzeblau ist und der Strand so leuchtend gelb, fällt es uns doch etwas schwer, wieder abzureisen. Alles machen wir heute auf dieser einsamen Insel bei strahlendem Sonnenschein zum letzten Mal, denn sicherlich werden wir hier nie wieder herkommen, dafür gibt es einfach viel zu viel zu sehen in diesem wunderschönen Land.

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Fast ein bisschen wehmütig werde ich, als wir zum letzten Mal auf unserem Aussichtsturm stehen und auch noch einmal von Cape Richards aus den Blick über „unsere“ Insel schweifen lassen. Schon ist es 16:00 h, das Auge bereits wieder abgeschwollen, und die Hinchinbrook Island Explorer holt uns ab – wie immer mit von der Partie ist die liebe Emma Schmidt. Die Überfahrt nach Port Hinchinbrook Island ist einfach traumhaft. Wir fühlen uns nach drei Tagen in der „splendid isolation“ schon herrlich entspannt. Hier in Port Hinchinbrook haben wir diesmal wirklich eine absolut bezaubernde Unterkunft erhalten, mit großem Außenwhirlpool in einem kleinen tropischen Garten. Unser Bungalow liegt direkt am Yachthafen. Wir lassen es uns bei dem traumhaften Winterwetter nicht nehmen, noch vor dem Essen ein Bad in unserem großen Außenwhirlpool zu genießen. Ein ganz besonderes Erlebnis! Unbeschreiblich schön, so umringt von tropischen Pflanzen und Palmen zu baden. Dies ist trotz des schlechten Starts heute ein wunderschöner Tag. Wenn das Wetter morgen wieder so toll ist, werden wir uns draußen unter der großen Regenwalddusche erfrischen. Darauf freuen wir uns jetzt schon! Außerdem beginnt morgen unser Hochzeitswochenende. Hoffentlich sind bis dahin alle Blessuren beseitigt.

20. Juni 2008 Port Hinchinbrook Island, Mission Beach und Cairns

Unser Hochzeitswochenende hat begonnen! Der heutige Morgen am Port Hinchinbrook fängt traumhaft an – das Licht des Sonnenaufgangs und des glänzenden Morgens, das tropische Klima, die raschelnden Palmen und die herrliche Stille! Gleich heute Morgen um 6:30 h geht’s nach draußen unter die faszinierende Regenwalddusche! Ein absolutes Highlight in dem kleinen tropischen Garten unter dem klaren blauen Himmel. Unser Frühstück besorgen wir uns in der Bakery in Cardwell. Es gibt eine superleckere Prawnroll und Lamingtons, das australische Nationalgebäck. Ein köstlicher Schokokuchenwürfel, welcher nach dem Baron Lamington, ehemaliger Gouverneur von Queensland, benannt wurde.

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Nach dem üppigen Frühstück machen wir uns auf nach Mission Beach, um Virginia und Edward noch einmal wiederzusehen. Die beiden freuen sich sehr über unseren Besuch und begrüßen uns herzlich, obwohl es noch so früh am Morgen ist (10:00 h) und sie erst aufgestanden sind. Die Lage ihres Feriendomizils ist absolut genial. Von der geräumigen Holzveranda blickt man direkt auf den weißen Traumstrand und auf große, sich im Wind wiegende Kokos­nusspalmen. Ein zauberhafter Platz! Wir machen einen Strand­spaziergang und besuchen auch die Dorfmitte von Mission Beach. Alles ist hier so offen und frei. Wir haben die beiden echt ins Herz geschlossen.

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Da wir unseren Mietwagen unbedingt pünktlich abgeben müssen, ist denn auch schon bald Eile angesagt. Wie gern hätten wir noch länger bei Virginia und Edward verweilt. Wir kommen denn auch eine halbe Stunde zu spät in Cairns an, müssen aber nichts draufzahlen. Man hat wohl doch Verständnis für uns Touris. Hier im Shangri-La-Hotel gibt es noch zwei Überraschun­gen. Wir sind in unserer Buchung höher eingestuft worden, zu neudeutsch „upgegraded“ (wie schrecklich das klingt) – statt eines Doppelzimmers bekommen wir eine geräumige und luxuriöse Suite, eigentlich ja schon dem Anlass angemessen... und dann erhalten wir auch noch ein Geschenk von unserem australischen Reiseveranstalter, nämlich zwei wunderschöne Bildbände über Australien. Darüber freuen wir uns sehr. Das Hotel liegt direkt am Hafen von Cairns. Im Innenhof befindet sich ein paradiesischer Tropengarten. Ansonsten ist es uns in Cairns einfach zu laut und zu rummelig. Wir blicken von unserem Balkon direkt in das Geschehen. Die Lautstärke, die uns hier von den umliegenden Bars, Kneipen und Restaurants erreicht, ist einfach unglaublich für unsere Ohren. Kein Wunder, nach den vielen Tagen der Ruhe und Einsamkeit auf Hinchinbrook Island. Was machen wir heute noch in Cairns? Wir besichtigen die Innenstadt, sehen Flying Foxes, die auch hier zu Hunderten in den Bäumen hängen, und wir können viele, viele bunte Rainbow Lorries beobachten. Auch spüren wir wieder die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft der Australier. Wir schauen uns die Papageienschwärme in den Bäumen an und sind total fasziniert, da kommen auch schon freundliche Menschen auf uns zu und fragen, ob wir deren Fernglas benutzen möchten, um einfach alles besser sehen zu können. Es freut sie, dass wir alles so spannend finden und sie erzählen sogleich Anekdoten von ihren eigenen Haustieren.

So sind sie, die freundlichen Australier. Trotzdem sind wir sehr glücklich, wenn wir morgen endlich auf unsere Insel fliegen werden, Lizard Island. Dort wird ein lang geplanter Traum wahr werden!

21. Juni 2008 Lizard Island

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Wir sind nun tatsächlich auf unserer Hochzeitsinsel, Lizard Island, gelandet. Schon der Flug mit „Hinterland Aviation“ von Cairns hierher ist ein ganz besonderes Erlebnis, führt dieser uns schon über einen Teil des wundervollen Great Barrier Reefs. Im kleinen gemütlichen Warteraum der „Hinterland Aviation“ lernen wir ein nettes Paar, Paul und Kate aus Sydney, kennen. Die beiden verbringen hier auf Lizard ihre Flitterwochen. Sie haben am vergangenen Wochenende in Sydney geheiratet.

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Kate, unsere Hochzeitskoordinatorin, nimmt uns herzlich in Empfang. Unsere Insel ist ein Traum... die Lage mitten im Great Barrier Reef, die Schönheit der Natur und das Ambiente sind einfach unglaublich! Wir können jetzt bereits sagen, dass auch der Service einmalig ist. Nach einem erfrischenden Cocktail zeigt uns die liebe Kate unsere Sunset Point Villa. Diese ist wirklich super geräumig – das Schönste daran ist die große Holzveranda und der fantastische Ausblick auf den Sunset Beach und die Anchor Bay. Es ist wie im Paradies, alles ist sehr entspannt und die Angestellten hier scheinen einem jeden Wunsch von den Augen abzu­lesen! Ob wir uns einen besonderen Fruchtsaft wünschen - wird sofort gemixt - oder es sich um eine CD mit spezieller Didgeridoo-Musik handelt - wird sofort gebrannt - einfach toll! In unserer Villa stehen Blumenarrangements in meinen Lieblingsfarben, wunderschön, und auch eine Flasche Champagner steht bereit. Außerdem können Thomas und ich es kaum abwarten, unseren großen Picknickkorb zu öffnen, denn wir haben heute noch nicht gefrüh­stückt, sondern saßen gestiefelt und gespornt bereits zwei Stunden vor der eigentlichen Abflugzeit bei Hinterland Aviation. Aber nun können wir endlich die Köstlichkeiten auf der schönen Veranda bei traumhaftem Ausblick genießen. Doch zuvor zeigt uns Kate die Anlage und die Umgebung. Außerdem gilt es, einen geeigneten Platz für die morgige Trauungs­zeremonie zu finden, was bei all’ diesen traumhaften Plätzen nicht ganz einfach ist. In den Sunset Beach verliebe ich mich sofort – doch mit den hohen Absätzen durch den Sand zu stöckeln, sieht nicht gerade elegant aus, außerdem ist es heute Nachmittag sehr warm, so dass es Thomas in seinem dunklen Anzug nicht zuzumuten wäre, bei der Wärme im gleißenden Sonnenlicht zu stehen. In der Nähe des Haupthauses unter den Palmen ist es auch sehr schön, aber nicht so privat... wir können uns einfach nicht entscheiden, sondern widmen uns erst mal dem Picknickkorb! Es ist wahrlich ein köstlicher Schmaus hier auf unserer Veranda. Die gute Kate kommt dann noch einmal wieder und wir gehen gemeinsam noch einmal alle Plätze ab.

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Nun haben wir uns entschieden. Wir werden uns das „Ja-Wort“ im Pavillon, welcher direkt an der Anchor Bay steht, geben. Ich werde dann den Weg vom Garten, eine Treppe hinab, zum Strandpavillon gehen. Thomas steht im Schatten und ich habe festen Boden unter den Füßen... und das Meer wird im Hintergrund hoffentlich in den schönsten Blautönen glitzern und funkeln... Heute Nachmittag ist es fast etwas zu heiß, aber jetzt schlägt das Wetter um, es ist stürmisch und auch etwas regnerisch. Wenn das Wetter so bleibt, wäre dies auch für unser Foto-Equipment bei einer Heirat direkt am Strand nicht so gut. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das es morgen sonnig und warm ist. Meinetwegen kann es auch frisch sein, aber Hauptsache die Sonne scheint! Kate hat uns noch Fotos von anderen Hochzeiten gezeigt. Die Männer tragen alle helle Anzüge – was für Gedanken wir doch vor diesem großen Tag hegen, dabei kann ja nun wirklich nichts mehr schief gehen. Alles ist gut und genauso traumhaft, wie wir es uns vorgestellt haben – und trotzdem sind wir angespannt. Wir werden es schon schaffen und freuen uns auch sehr darauf, Vivian und Colyn kennen zu lernen. Wir sind froh, dass wir uns entschlossen haben, einen Fotografen zu engagieren. Morgen wird einer der schönsten Tage unseres Lebens! 10 Jahre später... und der Traum erfüllt sich!

22. Juni 2008 Unsere Hochzeit auf Lizard Island

We’re just married ...

unglaublich aber wahr ...

we’ve made it!

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Welch’ ein wunderschöner und aufregender Tag! So richtig entspannt geschlafen haben wir verständlicherweise nicht, dafür können wir diesen magischen Morgen des 22.06.08 genießen, indem wir das Sonnenlicht dieses besonderen Tages beobachten. Es ist windig, zeitweise sonnig und das Licht sehr facettenreich, während es sich durch die dunklen Wolken bricht.

Um 09:30 h wird uns ein opulentes Frühstück gebracht. Unter einer gewissen Anspannung stehend haben wir nicht sehr viel Appetit. Wir üben noch einmal unsere Hochzeitszeremonie und das „Ringe aufstecken“. Und dann kommen Colyn, unser Fotograf, und Vivian, unsere Standesbeamtin. Nun wird das wahr, was wir seit langem geplant haben. Wir kennen Vivian und Colyn bisher nur durch E-Mails und so ist es ein besonderer Moment, diese beiden sehr sympathischen und herzlichen Menschen persönlich kennen zu lernen. Wir sind uns alle sofort vertraut – als würden wir uns schon lange kennen. Ein guter Start, der uns auch die Anspannung nimmt!

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Nach Klärung einiger Formalitäten werden für uns alle leckere Sandwiches gereicht. Colyn macht sein Foto-Equipment klar und erklärt uns, dass er über diesen besonderen Tag eine Fotodokumentation erstellen wird. Am besten sei es, wir würden so tun, als sei er gar nicht da, so dass alles schön natürlich wirkt. O.k., Colyn, aber zum Umziehen wollen wir doch lieber allein sein. Dafür haben wir nun eine halbe Stunde. Wir bewegen uns wie im Traum, während wir unsere Kleider anlegen. Mein Kleid ist wunderschön und auch Thomas’ Anzug ist eine erstklassige Wahl. Auch unser Hochzeitsplatz auf Lizard Island, der Pavillon an der Anchor Bay, ist genau der für unsere Trauung! Das Wetter ist perfekt, nicht zu heiß und nicht zu sonnig, sondern, ja, man könnte fast von einer gewissen Dramatik sprechen – dunkle Wolken fliegen schnell über Lizard, es ist sehr windig und dazwischen funkeln immer wieder Sonnenstrahlen auf das azurblaue Meer und schicken funkelnde Strahlen über das Wasser. Es ist alles dabei... unsere Ehe scheint also sehr abwechslungsreich und stürmisch zu werden!

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Zunächst wird Thomas von Kate abgeholt und zum Pavillon an den Strand gebracht. Ich bleibe allein in unserer Strandvilla zurück, gehe auf und ab, versuche zu erkennen, was sich da an der Anchor Bay abspielt, betrachte mich wieder von Kopf bis Fuß im Spiegel, gehe wieder auf und ab, und plötzlich denke ich, ob man wohl vergessen hat, mich abzuholen, oder ich dort hätte zu Fuß nachkommen sollen, da mir alles wie eine Ewigkeit erscheint... aber dann ist es auch für mich soweit! Abschied vom Junggesellenleben – jetzt wird’s ernst, ich werde tatsächlich heiraten!

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Die gute Kate führt mich zum Inselwagen und ich denke nur „hoffentlich wird nichts schmutzig“, „hoffentlich stolpere ich nicht“, „hoffentlich sehe ich gut aus“. Welch’ Gedanken, während wir zum Garten fahren. Ich konzentriere mich darauf, dass dies ein sehr bedeutender, wenn nicht sogar der bedeutendste Augenblick in unserem Leben ist, und dass wir diesen Moment hier auf einer Trauminsel feiern können, am Strand, direkt am Great Barrier Reef, mit sehr netten, bis dato uns unbekannten Menschen. Das ist schon ein ganz besonderer Start. Für uns erfüllt sich ein Lebenstraum! Wir haben uns gefunden und ein großes Ziel erreicht. Und plötzlich freue ich mich wie toll und alles fällt von mir ab! Ich gehe den Weg hinunter zum Pavillon. Der Weg ist mit bunten Rosenblütenblättern übersät, alles wartet gespannt auf mich, es ist feierlich still, nur das Meer rauscht und einige Möwen kreischen. Colyn fotografiert und ist offensichtlich begeistert von meinem meergrün changierenden Kleid, aber ich tue so, als bemerke ich ihn nicht. Im Pavillon wartet mein „beautiful husband“ und schaut mir erwartungsvoll entgegen. Ich bemerke bei ihm immer noch eine gewisse Anspannung im Gesicht, ich selbst fühle mich auf einmal sehr gelassen und strahle. Unsere Trauzeugen Kate und Rebecca schauen mich bewundernd an, Vivian lächelt mir ermutigend zu. Dies sind ganz, ganz magische Minuten in meinem Leben. Ich bin so sicher und überzeugt in diesem Moment, wie eigentlich noch nie zuvor. Immer wieder kann ich diese Situation abrufen und ich bin so glücklich, wenn ich daran zurückdenke!

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Und dann beginnt auch schon unsere wunderschöne Zeremonie. Wir haben gemeinsam mit Vivian so wundervolle Worte gefunden, die unser Leben und unsere Beziehung beschreiben, dass es uns eine wahre Freude ist, damit unsere Ehe zu besiegeln. Die Zeremonie dauert ca. eine halbe Stunde. Ich bin dann doch ziemlich ergriffen und meine Stimme ist etwas brüchig und auch Thomas stolpert einmal beim Nachsprechen. Unseren Spruch, der uns von Anfang an unserer Beziehung begleitet, sage ich jedoch in Deutsch auf:

Nähe ohne Beengung

Geben ohne Erwartung

Zärtlichkeit ohne Absicht

Spiel ohne Kampf

Vertrautheit ohne Ansprüche

Liebe ohne Forderungen

Zauber ohne Ende

 

.....and with you by my side, I believe that anything is possible!

Die Ringe sind angesteckt… and now I have the great pleasure to declare you to husband and wife… Thomas, you may kiss your bride… WOOOW… wir sind nun tatsächlich verheiratet….große Erleichterung macht sich bei uns bemerkbar… wir haben es geschafft!! Alles klatscht und lacht und gratuliert uns... es ist wie im Märchen... ein ergreifender, magischer Moment, der so schnell verfliegt, wie die Wellen ans Ufer schlagen...

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Nun schneiden wir aber erst einmal die köstliche Pawlova an. Sie sieht einfach zum Anbeißen aus, unsere Hochzeitstorte – ein australisches Gebäck aus Sahne-Baiser dekoriert mit köstlichen exotischen Früchten – dazu ein eisgekühltes Glas Champagner. Vivian meint dazu „What could be any better as Champagne on Lizard Island?“ …. und da gebe ich ihr völlig Recht… ich könnte mir jetzt auch nichts Schöneres vorstellen, als am Strand von Lizard mit einem Glas Champagner in der Hand zu sitzen. In Gedanken sind wir oft auf unserer Insel und hoffen, dort spätestens in 10 Jahren wieder zu sein. Australien hat unser Herz gefangen, wir haben dort unsere Liebe besiegelt und es wird uns nicht mehr loslassen, so lange wir leben...

Aber nun genießen wir die köstliche Pawlova und dann geht es daran, unsere Urkunden zu unterschreiben – mit einem Federkiel natürlich. Es ist zwischenzeitlich so windig geworden, dass die Urkunde in die Torte fliegt, was sofort zu einem erneuten Heiterkeits­ausbruch bei allen führt... ein gutes Omen... einen kleinen Fleck sieht man heute noch auf dem Dokument, doch ist dieser mit einer schönen Erinnerung verknüpft. Dann wird es auch bald Zeit, Abschied von Vivian zu nehmen.

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Es hat uns diese besondere Stunde in unserem Leben mit ihr zusammengeführt und mir wird wieder einmal bewusst, wie schnell doch alles zu Ende geht. Aber der liebe Colyn bleibt bei uns diesen ganzen besonderen Tag und begleitet uns auf unserem ausgedehnten Hochzeitsstrandspaziergang. Natürlich habe ich mir andere Schuhe angezogen, aber mein einmalig schönes Kleid werde ich den ganzen Tag tragen, Thomas ist wohl eher froh, sich leger anziehen zu können...

Wir wandern an der Anchor Bay entlang, durch den Garten und zum wunderschönen Sunset Beach, wo wir über Klippen gehen und Colyn schöne Aufnahmen macht. Es macht irre Spaß, von einem „Paparazzi“ begleitet zu werden. Er ist ein unheimlich witziger Typ. Thomas und ich sehen ihn kaum und er macht aus den unmöglichsten Blickwinkeln super Aufnahmen von unserem Tag, ja, er klettert sogar auf Palmen, versteckt sich hinter Felsen und steigt auf Anhöhen hinauf. Sein Job macht ihm sichtlich Freude, und auch wir Hobbyfotografen sind ganz begeistert von Colyn.

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Nach unserem ausge­dehnten Spaziergang und diesen aufregenden Stunden machen wir erst mal eine Pause. Thomas und ich sind jetzt allein und können gar nicht fassen, was sich da heute alles abgespielt hat. Schnell mache ich noch einige Aufzeichnungen über diesen bedeu­tenden Tag, bevor wir ein opulentes 5-gängiges Hochzeitsdinner mit erlesenen Weinen genießen – ein kulinarisches Highlight! Fackeln flackern geheimnisvoll im Abendwind und Kerzen erleuchten den schön gedeckten Tisch, der geschmückt ist mit Südseemuscheln, dazu tanzen die großen Königspalmen nur für uns, ein dramatischer Sonnenuntergang krönt die ganze Szenerie und Colyn ist begeistert vom Licht und fotografiert und fotografiert...

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Wir genießen unser Hochzeitsdinner und sind begeistert. Alle gratulieren, und auch Kate und Paul kommen vorbei. Wir sind in einer anderen Welt und fühlen uns doch unter Freunden. Es ist so wunderschön. Nach dem köstlichen Dinner, welches ca. 3,5 Std. dauert (wovon wir jede Minute genießen!) gehen wir beschwingt in unsere Villa. Sie haben überall Kerzen für uns aufgestellt. Wir sind glücklich, hier auf Lizard Island geheiratet zu haben. Es ist der allerschönste Tag unseres Lebens und ein wunderschöner Start als verheiratetes Paar!

23. Juni 2008 Lizard Island

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Wir erwachen mit einem großen Glücksgefühl, aber gleichzeitig auch mit dem Gedanken, dass der große Tag nun schon wieder vorbei ist... es war so schön, so traumhaft! Wir sind dankbar, dass wir unsere Hochzeit so erleben durften. Heute beginnt nun der erste Tag unserer Flitterwochen. Das Wetter ist längst nicht mehr so dramatisch wie gestern, sondern hat sich beruhigt. Es ist sonnig und ein klarer blauer Himmel zeigt sich uns. Wir verzichten zunächst auf das Frühstück und genießen stattdessen die herrlichen Schoko-Cookies, die hier, wie alles auf Lizard, selbst hergestellt werden. Ich glaube, dass ich nie köstlichere probiert habe! Dann kommt unser lieber Colyn zu Besuch. Er ist ein ganz besonderer Mensch und außerdem ein sehr talentierter Fotograf. Wir reden über das gemeinsam Erlebte und verabreden uns in zwei Wochen auf ein Wiedersehen. Colyn lebt in Trinity Beach und er wird uns im Kewarra Beach Resort unsere Foto-CD überreichen. Wir freuen uns schon sehr und können es kaum abwarten, die Fotos zu sehen.

Doch nun geht unser Urlaub ja erst richtig los! Zunächst genießen wir heute das „Spa Treatment for two“ im Azure Spa. Das ist nach den ganzen Aufregungen genau das Richtige. Die Fuß- und Rücken­massage ist äußerst empfehlenswert und tut uns ausgesprochen gut. Hier könnten wir es ewig aushalten. Beim leckeren Lunch erfahren wir, dass unser Sunset Cruise auf Grund der sehr rauen See buchstäblich ins Wasser fallen muss. Schade, aber wir haben ja noch die Kreuzfahrt durch das Riff vor uns. Wir werden gleich gefragt, ob sie für uns stattdessen etwas anderes Gutes tun könnten, evtl. einen Gutschein im Spa etc. – aber uns fällt noch etwas Besseres ein: die köstlichen Weine zu unserem Hochzeitsmenü haben uns so gemundet, dass es doch schön wäre, diese auch im fernen Deutschland genießen zu können. Schon wird ein Weinpaket für uns geschnürt, welches uns Wochen später auch in Hamburg erreichen wird.

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Hier auf Lizard kommen wir uns wirklich vor wie im Schlaraffenland und wie Alice im Wunderland gleichzeitig, es wird einem einfach alles erfüllt. Nach dem Lunch entschließen wir uns zu einer Schnorcheltour in der Watsons Bay. Kaum ist dieser Entschluss ausge­sprochen, schon bietet man uns an, uns dort mit dem Boot hinzufahren und natürlich auch wieder abzuholen. Doch zuvor leiht man uns das nötige Equipment und achtet auch darauf, dass alles richtig sitzt, vom Schnorchel bis zu den Flossen. Wir haben noch nie vorher solch’ exzellenten Service genossen und können es gar nicht fassen... völlig unaufdringlich, keine Spur überkandidelt. Hier herrschen wahrlich paradiesische Zustände für den Urlauber! Und schon tuckern wir im kleinen Boot zur Watsons Bay. Seit langem sind wir nicht mehr mit dem Schnorchel unterwegs gewesen, aber nach einigen Anfangsschwierigkeiten und Wasserschlucken haben wir unseren Rhythmus gefunden.

Die Unterwasserwelt ist ein wahrer Traum! Wir sehen wunderschöne Korallen, leider nicht sehr viele Fische, aber das wird sich sicherlich im Verlauf dieser Traumreise noch ändern. Die Zeit am Riff vergeht wie im Flug, und als unser Boot zur vereinbarten Zeit wiederkommt um uns abzuholen, bin ich völlig durchgefroren und froh, dass ich unter unserer großen heißen Regenwalddusche stehe. Dann sind auch schon unsere Freunde aus Sydney, Paul und Kate, da. Wie sollte es auf Lizard auch anders sein, natürlich haben sie Champagner mitgebracht!

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Nach dem aufgeregten Austausch der Erlebnisse und Glückwünsche besichtigen wir zunächst unsere Villa und dann den Pavillon nebenan, wo schon große Berühmtheiten wie Paul McCartney und Brad Pitt übernachteten... WOOW, und wir dürfen uns, wann immer wir wollen, dort aufhalten und den wunderschönen Ausblick genießen, ja, sogar ein Bad im Pool nehmen. Aber das haben wir ja nicht nötig, da wir das wunderschöne Meer vor der Haustür haben. Wir schauen uns auch die Suite von Kate und Paul an und sind alle vier total begeistert von Lizard, der Umgebung, dem Resort und den zahlreichen Möglichkeiten, die einem hier zur Verfügung stehen, und dies in völliger Privatheit und Abgeschiedenheit. Niemand darf dieses Areal betreten, der nicht hier wohnt, alles ist schon inklusive, so dass man sich wirklich wie zu Hause fühlt. Der Service ist wie gesagt exzellent und unaufdringlich, das Essen ist eine kulinarische Offenbarung. Den letzten Abend auf unserer Hochzeitstrauminsel verbringen wir gemeinsam mit Kate und Paul bei einem Abendessen. Wir sind ein wenig traurig, dass wir dieses Paradies nun morgen verlassen müssen.

24. Juni 2008 Abschied Lizard Island und Beginn der Kreuzfahrt

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Die letzten Stunden auf Lizard Island sind angebrochen. Wir sind ein bisschen wehmütig und auch der Himmel weint ein wenig. Das Frühstück genießen wir auf der schönen Terrasse mit dem noch schöneren Ausblick auf die Palmen und das Meer. Danach brechen wir zu unserem Abschiedsrund­gang auf. Schade, dass unser Auf­enthalt nun dem Ende entgegen geht. Aber Kate hat noch eine Überraschung für uns. Colyn hat erste Fotos per Mail geschickt. Diese sind super geworden! Und dann bringt uns der kleine 6-Personen-Flieger der Hinterland Aviation zurück nach Cairns aufs Festland. Der Flug ist sehr schön, trotzdem muss irgendetwas passiert sein, denn als wir in Cairns landen, erwartet uns schon ein Feuerwehrwagen und wir sollen so schnell wie möglich das Rollfeld verlassen. Was genau passiert ist haben wir nicht mitbekommen. Haupt­sache, wir sind glücklich und ohne weitere Zwischenfälle wieder gelandet! Es war trotzdem aufregend!

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Um kurz nach 14:00 h sind wir bereits auf der Princess Wharf, wo wir unsere Koffer auf der Coral Princess, unser zu Hause für die nächsten Tage, aufgeben können. Wir sind ja schon so gespannt! Bis zur Abfahrt schlendern wir noch ein wenig durch Cairns. Die Stadt gefällt uns eigentlich überhaupt nicht. Bereits jetzt vermissen wir Lizard Island schmerzlich. Ich fühle mich, als sei ich aus einem Traum erwacht und lande jetzt in einer durchschnittlichen und öden Touri-Welt. Überall die üblichen reißerischen Angebote... und dann ist es endlich Zeit, an Bord zu gehen. Wir haben nicht erwartet, dass hier fast nur ältere Leute zwischen 60 und 80 Jahren an Bord sind. Das Schiff scheint auch schon seit langem nicht mehr renoviert worden zu sein. Die Inneneinrichtung wirkt sehr altbacken. Nun ja, machen wir das Beste daraus, obwohl es nach diesem Traum äußerst schwer fällt, in die normale Welt zurückzukehren. Die gesamte Crew ist jedoch sehr bemüht um jeden Gast. Eben haben wir eine kurze Einweisung über lebensrettende Maßnahmen erhalten und nun geht’s gleich zum Dinner. Wir werden über Nacht fahren und morgen früh Cooktown erreichen. Und dann geht’s bald zu den Riffen, was für uns das Wichtigste ist. Es ist leider ziemlich kühl geworden. Wir müssen versuchen, uns erst mal umzustellen. Der Unterschied ist sehr hart. Es fällt schwer, aus einem Traum aufzuwachen und sich auf einem Schiff wieder zu finden, welches ganz im Stil der 70er Jahre eingerichtet ist... aber es wird schon... es muss... es ist schließlich unsere Hochzeitsreise.

25. Juni 2008 Kreuzfahrt

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Überraschenderweise gestaltete sich das gestrige, sehr leckere Dinner (es gab Meeresfrüchte satt – u.a. himmlische Scampi) als sehr gesellig und lebhaft. Bei den meisten unserer Mitreisenden handelt es sich um rüstige, unternehmungslustige und reisefreudige Rentner, den „Aussie Getaways“, die sich ihres Daseins einfach erfreuen und noch etwas erleben möchten. Eine Kontaktaufnahme kommt zu jedem der ca. 40 Mitreisenden schnell zustande. Thomas und ich sind die einzigen Deutschen, was die Aussies sehr interessant finden. Aus Europa befindet sich ebenso ein frischvermähltes Paar an Bord. Die beiden aus Rom stammenden sehr jungen Leute sprechen kaum ein Wort Englisch und „Sie“ ist außerdem seekrank. Die beiden haben sich alles ganz anders auf ihrer Hochzeitsreise vorgestellt und „Sie“ sagt zu mir im O-Ton: „I think the boats in Italy are more beautiful!“ Leider kann keine weitere Kommunikation mehr stattfinden, außer dass ich ihr einige Tabletten gegen Seekrankheit organisiere und sie morgens mit „Bon Giorno“ begrüße, worüber sie sich sehr freut. Bei den sehr interessanten Vorträgen sind die beiden nie dabei, wahrscheinlich weil sie es nicht verstanden haben, dass einer gehalten wird – aber bei den Schnorchelausflügen sind sie mit von der Partie und strahlen ebenso wie wir alle! Wir genießen trotz des hohen Seegangs das sehr gute Essen an Bord, mindestens drei Mahlzeiten am Tag. Zum Frühstück gibt’s schon warme Gerichte zu lauter Musik von U2 und den Rolling Stones! Den Alten gefällt es und sie sind rundherum sehr fröhlich und immer gut drauf. In Deutschland habe ich noch nie solch’ alte Menschen gesehen, die so gut gelaunt und unternehmungslustig sind. Es ist eine Freude!

An guten Schlaf ist bei dem hohen Wellengang leider nicht zu denken. Das Schaukeln stört uns eigentlich weniger, aber die Lautstärke der Motoren... manchmal denke ich, dass wir diesen Törn lieber nicht gebucht hätten, denn das Wetter ist ja auch nicht so toll. Aber wenn ich dann die Rentner sehe, die jeden Tag so gut drauf sind, ja, dann geniere ich mich fast, dass ich es bereue, diese Fahrt mitzumachen. Auf jeden Fall wird dies aber definitiv unsere letzte Schifffahrt gewesen sein. Immer auf so engem Raum zu sein und jeden Tag dieselben Leute um einen herum ist eigentlich nichts für uns. Aber nun müssen wir da eben durch. Das heftige Schaukeln des Schiffs ruft auch bei mir eine ganz klitzekleine Übelkeit hervor und dazu noch das viel zu üppige (aber sehr leckere) Essen... aber o.k. – wir haben nun beschlossen, das Beste aus dieser Fahrt zu machen. So schwanke ich nun unter die Dusche.

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Mittlerweile haben wir in Cooktown festgemacht. Hier ließ der Entdecker der australischen Ostküste, James Cook, sein leckgeschlagenes Schiff, die Endeavour, am 17.06.1770 zur Reparatur an Land ziehen. Vier Wochen lang dauerte der Aufenthalt von James Cook an dem von ihm benannten Fluss „Endeavour River“. Die Pause nutzten seine Botaniker Joseph Banks und Daniel Carl Solander, um naturkundliche Forschungen anzustellen. Ca. 100 Jahre später wurde 200 km westlich von Cooktown das erste reine Gold gefunden, was den spektakulärsten Goldrausch in der Geschichte Australiens auslöste. Schnell wuchs Cooktown auf über 35.000 Einwohner heran und wurde zu einem wohlhabenden Ort. Am Ende des 19. Jahrhunderts war Cooktown die zweitgrößte Stadt von Queensland. Knapp die Hälfte der Bevölkerung stellte chinesische Arbeitskräfte dar, die von reichen kantonesischen Finanziers verpflichtet waren, für sie nach Gold zu schürfen. Prächtige Gebäude säumten die breite Charlotte Street, große Segelschiffe lagen im Hafen vor Anker. Ausschweifende Vergnügungen wurden in über 50 Kneipen angeboten und es lockten Opiumhöllen und Bordelle. Doch bereits Ende des 20. Jahrhunderts waren die Goldadern erschöpft und Cooktowns goldene Zeiten zu Ende.

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Um 1900 lebten gerade einmal 2000 Einwohner in der Stadt, die heftigen Naturkatastrophen ausgesetzt waren. Zwei Wirbelstürme machten weite Teile Cooktowns dem Erdboden gleich. Heute lebt Cooktown, ein Stück Urgeschichte Australiens, überwiegend vom Tourismus. Wir gehen nach einem opulenten Frühstück mit den Aussie Getaways von Bord. Nun haben wir endlich einmal ein wenig Zeit für uns allein und genießen das sehr. Der feste Boden schwankt unter meinen Füßen. Wir machen uns auf zum James Cook Historical Museum, welches in einem ehemaligen Konvent untergebracht ist. Hier kann man den Anker der Endeavour bestaunen sowie eine der sechs eisernen Kanonen, die Cook 1770 über Bord werfen ließ. Das Cooktown Museum zu besuchen ist äußerst lohnenswert und man sollte es auf keinen Fall versäumen, wenn einen der Weg einmal in diese Gegend führt.

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Wir schlendern am Hafen entlang und bewundern die Mosaiken, die Szenen aus dem Leben der Aborigines zeigen, und entdecken einen wunderbaren Bioladen, wo wir uns mit einigen Leckereien eindecken. Ein toller Laden! Unser Weg führt uns weiter über eine unbefestigte Straße, die von hohen, sich im Wind wiegenden Palmen gesäumt ist, zum Cooktown Cemetery. Dieser Friedhof ist auch eine Besichtigung wert, wie in so vielen australischen Städten, in denen ein Goldrausch seine Spuren hinterlassen hat. Auf dem nach Konfessionen in einzelne Sektionen getrennten Gräbern, erinnern die Grabsteine von Goldgräbern und Pionieren an die goldene Vergangenheit der Stadt. Cooktown ist also durchweg ein lohnenswerter Landausflug.

Zurück an Bord, gibt es denn auch schon wieder Lunch. Danach müssen wir uns erst mal ein Stündchen ausruhen, zumal wir die Nacht kaum schlafen konnten. Wir gehen in unsere Kabine. Wie gerne hätte ich es mir an Deck auf einem der zahlreichen Liegestühle bequem gemacht – aber leider spielt einmal mehr das Wetter nicht mit. Am Nachmittag erhalten wir eine Einweisung in das Schnorcheln und Tauchen und wir bekommen jeder das passende Equipment, von der Maske bis zur Flosse sowie einen Tauchsuite. Morgen werden wir dann vor unserer Hochzeitstrauminsel, Lizard Island, noch einmal schnorcheln können. Das Resort selbst können wir dann als „Nicht-Gäste“ leider nicht mehr betreten, sondern nur noch von weitem davon träumen...

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Heute Nachmittag lauschen wir einem sehr interessanten Dia-Vortrag über das Riff, die verschiedenen Korallenarten und die hier lebenden Fische. Dennis, der Meeresbiologe an Bord, macht das alles ganz toll und wir können ihm auch sprachlich sehr gut folgen.

Die Bezeichnung „Great Barrier Reef“ ist übrigens nicht ganz korrekt, so lernen wir, denn das Riff bildet keine zusammenhängende Barriere, sondern besteht aus einer Kette von fast 3.000, über eine Fläche von rund 3.500 km² verstreuten Einzelriffen. Im Norden bei Cairns rückt die Riffkette auf bis zu 30 km an die Küste heran. Zwischen dem Festland und dem äußersten Gürtel des Großen Barriereriffs, dem bis zu 2000 m abfallenden Outer Reef, erstreckt sich eine Lagune, die Tiefen zwischen 50 und 100 m aufweist und von unzähligen weiteren Riffen und Korallenbänken übersät ist. Die Korallen- und Festlandinseln sind wie grüne und goldgelbe Punkte in das in allen Blau- und Grüntönen schimmernde Wasser des Ozeans hineingetupft. Wir meinen, dass wir nie eine schönere und paradiesischere Landschaft wie diese gesehen haben. Es gibt nur wenige echte Koralleninseln, also solche, die aus echtem gebrochenen Korallensand bestehen. Die meisten der in Festlandnähe aus dem Pazifik ragenden Inseln sind aus festem Gestein aufgebaut. Sie bilden Relikte aus versunkenen Küstengebirgen, also gehörten sie geologisch gesehen zum Kontinent, von welchem sie am Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren durch den Anstieg der Meeresspiegel getrennt wurden.

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Nur auf ca. 24 Inseln, die von der Great Barrier Reef Marine Park Authority für den Tourismus freigegeben wurden, gibt es auch Ferienanlagen. Alle anderen Inseln sind unbewohnt. Das Riff ist ebenso artenreich wie der Regenwald. Es ist die größte von lebenden Organismen geschaffene Struktur der Erde. Abermilliarden von Meerespolypen, die eng mit Seeanemonen und Quallen verwandt sind, erbauten und bewohnen die Korallengebilde. Sie produzieren während ihres Lebens Kalk, aus dem sich becherförmige Gehäuse bilden. Tagsüber suchen die nachtaktiven Tierchen in den Kalksteinröhren Schutz. Im Laufe der Zeit verbinden sich die Kalkskelette unzähliger abgestorbener Polypen zu Korallenstöcken und Riffs, auf denen sich wieder Kolonien lebender Korallenpolypen ansiedeln.

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Das GBR ist ein lebender und stetig wachsender Organismus. Zum Gedeihen benötigen die Korallenpolypen sauerstoff- und nährstoffreiches Salzwasser mit einer Mindesttemperatur von 20°C, hohem Kalziumgehalt und ausreichendem Lichteinfall. Das GBR ist ca. 20 bis 25 Mio. Jahre alt. Was wir heute als Taucher und Schnorchler bewundern, ist aber relativ jung, denn der Aufbau des heutigen Barriereriffs begann auf dem älteren verkarsteten Gestein erst mit dem Anstieg des Meeresspiegels vor rund 10.000 Jahren. 1981 erklärte die Unesco das Korallenbauwerk zum Welterbe der Menschheit. Es gibt hier 350 verschiedene Korallenarten. Korallen, die zu Türmen empor wachsen, zu Hirschgeweihen, Riesengehirnen, Bäumen und Trichtern. Die Korallengärten beherbergen 1500 Fisch- und 4000 Weichtierarten. In diesem empfindlichen Ökosystem kann schon ein unvorsichtiger Flossenschlag eines Tauchers oder Schnorchlers das empfindliche Korallengebilde zerstören. Doch nicht nur der wachsende Tourismus bereitet Ökologen Sorgen, sondern auch eine giftige Seesternenart, die Dornenkrone, die Polypen aus ihren Kalkgehäusen saugt und ganze Riffe absterben lässt. Eine weitere Gefahr geht von den Zuckerrohr- und Bananenplantagen aus. Von dort gelangen Pflanzenschutz- und Düngemittel ins Meer, die zum Absterben der Riffe führen. Ebenso setzt die steigende Wassertemperatur den Korallenstöcken zu, die zur Korallenbleiche führt. In den nächsten 100 Jahren werden die Temperaturen um ca. 2°C ansteigen. Ob sich die Korallen an diese Erwärmung anpassen können, bleibt abzuwarten.

26. Juni 2008 Kreuzfahrt

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Heute Morgen legen wir auf unserer schönen Hochzeitsinsel, Lizard Island, an. Wir sehen aus der Ferne noch einmal das traumhafte LI-Resort, unsere Villa, das Haupt­gebäude mit der wundervollen Terrasse, die Anchor Bay und den Strandpavillon, in welchem wir uns vor vier Tagen das Ja-Wort gaben. Wir fragen uns, ob wir jemals zurück­kehren werden – die Ant­wort lautet auch diesmal „Ja“ – möglichst zum 10. Hochzeitstag! Versprochen!

Zunächst zeigt sich das Wetter unfreundlich und wir nehmen am gemeinsamen Spaziergang mit Dennis teil. Doch als dieser dann ausgerechnet an der Einflugschneise entlang führt und wir eigentlich schon ziemlich warm gelau­fen sind, entschließen wir uns zur Umkehr und schwimmen und schnorcheln endlich im Meer. Das Meer macht uns glücklich – wir sehen viele Fische in bunt leuchtenden Farben sowie wunderschöne Korallengärten. Ganz verzaubert sind wir von den tiefblauen Seesternen. Es ist ein wundervoller Schnorcheltrip, den wir nach einer kurzen Pause noch einmal fortsetzen. Um die Mittagszeit geht es zurück an Bord. Wir sind alle sehr glücklich. Das Meer, der Strand, die Landschaft über und unter Wasser – einfach das wahre Glück ist es, auf Lizard Island zu sein!

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Sehnsüchtig schauen wir uns noch einmal um, bevor es wieder an Bord geht. Dort erwartet uns ein leckeres Aussie-Barbecue mit Krokodil- und Kängurufleisch, welches ich denn auch einmal probiere. Es schmeckt mir ausgezeichnet. Nach dem sehr leckeren Essen heißt es endgültig Abschied nehmen von unserer Hochzeits­trauminsel. Lange stehen Thomas und ich auf der Reling, fotografieren und filmen was das Zeug hält. Wir stehen dort oben so lange, bis wir nur noch ganz schemenhaft Lizard Island sehen können – dies war ein lang gehegter Traum, der nun wieder in den Weiten des Ozeans entschwindet. Aber wir werden diesen Traum weiterleben! Nun heißt es erst mal einen Film über das Riff anschauen. Nicht nur ich döse dabei etwas ein – das Schaukeln der Wellen verleitet einen dazu, sich einfach fallen zu lassen. Nach 13 Tagen in Down Under schlafen wir nun endlich einmal durch und fühlen uns zum ersten Mal richtig entspannt.

27. Juni 2008 Kreuzfahrt

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Heute Morgen erreichen wir das Outer Reef. Das Ribbon Reef No. 9 wird zu unserem Schnorchelrevier. Das Rachel Carson Reef müssen wir leider ausfallen lassen, da die See einfach zu rau ist. Aber das zauberhafte Ribbon Reef entschädigt uns auch dafür. Hier sind die Korallen noch artenreicher als am Strand von LI und die Fische noch zahlreicher und farbenprächtiger. Es ist wie im Traum, diese Zauberwelt unter den heftigen Wellenschlägen zu erkunden. Unter der Wasseroberfläche ist es ganz ruhig und märchenhaft schön – man möchte immer tiefer nach unten... Was wir sehen, macht jedenfalls Lust auf mehr Meer und die Zeit vergeht sehr schnell.

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Alle haben wir unsere Freude an diesem bezaubernden Vormittag – dafür hat sich diese Kreuzfahrt nun wirklich gelohnt. Vom Ribbon Reef kann man auch die Barriere des Riffs sehen, welche sich über ca. 2.500 km entlang des Südpazifiks erstreckt – ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht. Zum „warm werden“ an diesem doch recht stürmischen und kühlen Morgen unternehmen wir zunächst eine Fahrt mit dem Glas­bodenboot. Was man vom Boot aus zu sehen bekommt, lässt einem schon den Atem stocken – und schon sitzen wir (glücklicher­weise in Tauchsuits) auf der Schiffsplattform der Coral Princess und tauchen direkt ab. Ganz erstaunt bin ich, wie warm das Wasser ist, während ich am Strand von LI doch etwas länger brauchte, um ins Wasser hineinzukommen. Aber hier umfängt mich das Wasser wie eine Umarmung und es ist ein unvergessliches Erlebnis hier zu schnorcheln.

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Nach dem ersten Schnorchelgang folgt ein „Warm up“ unter der Dusche, bevor es wieder hineingeht. Es ist einfach zu reizvoll und macht sehr viel Freude. Das ist es, wonach wir uns so lange gesehnt haben. Im Meer zu sein und diesen fantastischen Korallengarten mit seinen bunten Fischen zu sehen. Wir machen sehr schöne Fotos mit unserer Unterwasserkamera, mit welcher wir sogar kleinere Filmaufnahmen drehen können. Für immer unvergessen bleiben diese wunderschönen Augenblicke.

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Nach dem zweiten Schnorchelgang nehmen wir noch einmal an einer Glasbodenbootsfahrt teil, bevor wir uns vom Riff verabschieden. Auf Grund der stürmischen Wetter­lage können wir keine weiteren Riffe anfahren. Das ist sehr schade – aber nur für dieses eine Riff und für LI hat sich diese Fahrt gelohnt. Zum wohlverdienten Lunch gibt es auch wieder viele leckere Sachen. Kulinarisch werden wir in Down Under wie immer total verwöhnt, das ein oder andere zugelegte Pfündchen werden wir zu Hause bestimmt wieder rasch verlieren.

Am Nach­mittag schauen wir uns dann ein selbst gedrehtes Video von Dennis an. Er hat einen netten Film über diese Fahrt gedreht. Außerdem zeigt er wundervolle, be­zaubernde Unterwasseraufnahmen. Die Unterwasser­welt ist so reizvoll zu erkunden. Wir können uns vorstellen, uns noch eingehender damit zu befassen und einen richtigen Tauchlehrgang zu machen. Es ist einfach herrlich hier am Riff. Zwischen­zeitlich haben wir aber einen so hohen Wellengang, dass wir Mühe haben, gerade zu stehen. Außerdem sind wir von den ungewohnt sportlichen Aktivitäten ziemlich kaputt. Trotzdem sind wir total glücklich in diesem Land mit seinen positiven und freundlichen Menschen.

28. Juni 2008 Kreuzfahrtende und Fahrt in den Daintree Rainforest

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Die Kreuzfahrt ist beendet. Die See war gestern dermaßen rau, dass wir uns nur noch schwankend auf dem Schiff bewegen konnten. Aus diesem Grund sind wir nun auch froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber das Riff war und bleibt einfach einmalig! Am frühen Morgen laufen wir wieder in Cairns ein und die Mannschaft reiht sich draußen an der Pier auf zur großen Verab­schiedung. Wir sehnen uns nun nach Stille und Zweisamkeit und machen uns schnell auf zur Autovermietung, um uns auf den Weg in die Ruhe zu machen. Hier im Daintree Forest wird uns der Wunsch erfüllt. Es ist ein wahres Paradies im Regenwald.

Wir beziehen das Stelzenbaumhaus No. 8. Das Haus hat eine geschützte Veranda mit Jacuzzi, den wir natürlich heute Abend benutzen werden. Der Ausblick von der Veranda führt direkt in den Regenwald. Nichts als Grün und Ruhe drumherum, dazwischen einige fremdartige Vogelstimmen. Einfach perfekt für Honeymooners!

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Zum Lunch sind wir heute Mittag im Tea House. Ein wunderschönes Restaurant, welches sich in einem tropischen Garten befindet. Wir geniessen einen Regenwaldsalat, bestehend aus den hiesigen Früchten. Wieder einmal ein Hochgenuss – da stört auch nicht die Riesenspinne am Terrassendach, auf die mich Thomas zum Glück erst beim Verlassen des Lokals aufmerksam macht. Jetzt wollen wir jedenfalls nur noch entspannen. Der Champagner ist kalt gestellt und unsere Romantic Romance Days können beginnen. Morgen wartet schon ein zweistündiges Wellness-Programm und ein Candle Light Dinner auf uns. Des Weiteren haben wir einen geführten Aboriginal Walk gebucht. Wir freuen uns sehr auf die kommenden ruhigen Tage.

29. Juni 2008 Daintree Rainforest

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Wir haben es uns richtig gemütlich gemacht in unserer Regenwaldvilla. Wir genießen das wohIig warme Wasser im Jacuzzi und ein gut gekühltes Glas Champagner. Kerzenlicht umhüllt uns und wir lauschen den exotischen Klängen des Regenwalds. Schöner können Flitterwochen nicht sein. Das Spa Treatment ist einfach genial. Wir dürfen uns die Zutaten selbst aussuchen, also das Massageöl, das Salz und den Schlamm. Jedes hat eine andere Farbe und Zusammensetzung. Es heißt, dass man intuitiv das Passende für sich wählt. Ich habe mich für „Rot“ entschieden, was für die „Erde“ steht. Was auch immer es bedeutet, es ist ein herrliches Erlebnis, den warmen Schlamm am ganzen Körper einmassiert zu bekommen - vorher wird die Haut gereinigt, damit diese noch besser die Mineralien aufnehmen kann. Der Höhepunkt ist dann die Regenwalddusche. Aus mehreren Düsen prasselt das weiche Wasser in einem sanften, aber dennoch festen Strahl auf den Körper. Ein absoluter Hochgenuss. Nach dieser Behandlung fühlt sich die Haut zart und weich an und sieht sehr rosig aus. Alle angewandten Produkte sollen übrigens mit Pflanzen, die aus dem Daintree Forest stammen, angereichert sein.

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Nach diesem traumhaften Erlebnis, was uns total entspannt hat, geht es am Nachmittag zur Bootstour auf den Daintree River. Außer uns sind noch zwei Paare, aus Spanien und Holland, an Bord. Das Paar aus Spanien ist auch in den Flitterwochen hier und hat beneidenswerter Weise noch einige Tage auf LI vor sich. Die Fahrt ist sehr schön – ein einheimischer, recht uriger Bootslenker ist mit von der Partie, der sehr viel erzählt über Flora und Fauna, aber trotz allem ist er nicht sehr gut zu verstehen. Aber das ist uns egal – die Schönheit des Flusses braucht eigentlich keine Worte – sie versteht sich einfach von selbst.

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Wir erblicken ein Krokodil am Ufer, sehen einen wunderschönen knallblauen Kingfisher, zwei sehr schöne grün gemusterte große Baumschlangen und ich erspähe sogar ein ziemlich großes Spinnenbein in einer Pflanze - mehr will ich davon auch nicht sehen. Auch machen wir Bekanntschaft mit den berühmten australischen Cowbirds. Weiße elegante Vögel, die am Tage die Rücken der braunen Rinder auf den Weiden Queenslands bevölkern und diese so von allem Ungeziefer befreien. Am Abend gleiten die Cowbirds in großen Gruppen über den Fluss und treffen sich alle zur selben Zeit in den Bäumen – als ob sie eine Versammlung abhielten.

Nun wartet schon unser romantisches Candle Light Dinner in tropischer Regenwald­atmosphäre auf uns. Wir sind seit einer Woche verheiratet und haben Grund zum Feiern. Ein traumhafter Urlaubstag geht zu Ende.

30. Juni 2008 Daintree Rainforest

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Gestern Abend genossen wir im Kerzenschein Barramundi im Bananenblatt, dazu gab es einen leckeren tropischen Salat. Zum Nachtisch erfrischte uns Zitronen-Tarte und mundete uns Schokokuchen mit Vanilleeis. Heute Morgen erleben wir einen 3-stündigen Spaziergang mit einem jungen Mann, dessen Großeltern zum Stamm der Kuku Yirlandi People gehörten. Er zeigt uns sehr viel in der schönen Natur, was uns gar nicht aufgefallen wäre, z.B. bestimmte Früchte und sogar einen Lizard. Thomas traut sich, an einer grünen Ameise zu lecken. Sie sondieren eine Flüssigkeit ab, die mit Vitamin C angereichert ist. Früher wurden diese Ameisen zerstampft  und bei Krankheit gegessen. Etwas gewöhnungs­bedürftig für uns... Er zeigt uns altes Handwerkszeug, eine Schlafstätte der Aborigines sowie Boomerangs, einen Zeremonieplatz, der nur Frauen zur Waschung vorbehalten war und wie man mit Steinen verschiedene Farben zur Körperbemalung herstellt. Er malt uns wunderschöne Muster auf die Haut. Diese Führung gibt uns einen kleinen, jedoch guten Einblick in das Leben der Ureinwohner, aber auch das Leid der „lost Generation“ wird nicht verschwiegen. Seine Großmutter war eine von ihnen, die von der Regierung auf grausame Weise von den Eltern getrennt wurde. Die Aborigines galten noch bis Mitte der 60er Jahre als Sache und wurden dementsprechend menschenun­würdig behandelt. Wir hoffen, dass die Aborigines, denen das Land gehört, obwohl sie keinen Besitz kennen, ihr Leben so leben können, wie es für sie richtig erscheint – warum erheben wir Weißen uns nur über alles? Es ist einfach beschämend.

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Nach diesem sehr eindrucksvollen Erlebnis machen wir eine Fahrt zum Cape Tribulation. Das Besondere an dieser Landschaft ist, dass hier der Regenwald an die weißen Strände trifft. Wir überqueren den Daintree River per Autofähre und halten an einem Lookout, der einen Überblick über die gesamte Bucht bietet. Dann führt uns die sehr kurvige Straße zu einem kleinen Spaziergang durch den wunderschönen Regenwald. Der Halt an der Ice Cream Company ist natürlich ein absolutes Highlight. Köstliche Sorten erwarten uns wie z.B. Whattle Seed (Akaziensamen), Ma­cademia, Passions­frucht, Mango und Banane. Für Eisfreaks wie mich ein wahrer Traum!

01. Juli 2008 Kewarra

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Ein herrlich sonniger Juli-Anfang mit Temperaturen um die 27°C – das ist der Winter in Queensland… daher sind mir auch die Wärmeperioden im Laufe des Tages etwas zu kurz, denn es wird um 18.00 h dunkel und kühl. Im Fernsehen wird Werbung für heiße Getränke mit Zitrone gezeigt und in der Zeitung spricht man gar über eine Erkältungswelle!

Wir verlassen den Daintree Forest und machen uns auf zur Mossman Gorge. Wir erkunden die Schlucht auf einem 2 km langen Rundweg, welcher auch durch Regenwald führt. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, die uralten Bäume, die dichten grünen Baumkronen und sehr langen knorrigen Baumwurzeln, die sich über den Boden schlängeln, zu sehen. Es hat etwas Märchenhaftes! Im kleinen idyllischen Örtchen Mossman entdecken wir einen tollen Bioladen, in welchem wir uns erst mal mit superleckeren Sandwiches, tropischen Kuchen, z.B. Carrot Cake, Paradise Cake und Coconut Cream Cake, leckeren Fruchtsäften, wie Mango- und Passionsfruchtsaft, eindecken. Die Aussies haben einfach superleckere Dinge zu Essen – etwas, was ich vor unserer ersten Reise nach Down Under nie vermutet hätte.

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Die Fahrt führt uns dann ca. 80 km weiter südlich zu unserem nächsten Traumziel – nach Kewarra. Es ist eine traumhafte Fahrt – strahlendes Superwetter, schöne Landschaft, immer an der Küste entlang, dieser malerischen tropischen Küste, die man nie wieder vergisst, hat man sie einmal gesehen! Während der Fahrt hören wir wieder Oldies aus dem Autoradio... wie in alten Zeiten... ab und zu kommen uns lange Trucks entgegen.....aber sonst ist einfach nichts los auf den teilweise kurvigen Straßen. Wir sind jedenfalls super gut drauf! Es ist eine ganz andere Welt.

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Am Nachmittag kommen wir dann in unser Paradies! Das wunderschöne Kewarra Beach Resort liegt in einer betörend tropischen Gartenanlage direkt am langen Sandstrand. Wir beziehen einen Bungalow an diesem wundervollen Strand, von dem ich heute noch träume! Wir können nach dem Aufstehen vom Bett direkt ins Meer laufen und den Morgen mit einem Bad im Pazifik beginnen. Danach sind wir ziemlich ausgekühlt, aber die Erfrischung ist perfekt und wir fühlen uns einfach toll. Vom Meer aus genießen wir dann den goldenen Sonnenaufgang, unseren Strand mit den paradiesischen Palmen und die sehr hundefreundlichen Spaziergänger, mit denen wir sofort Small Talk halten. Mit den Aussies, bzw. den Banana Benders, wie der Queenslander genannt wird, ist es eh’ kein Problem, sofort Kontakte zu knüpfen. Alle sind total aufgeschlossen und gut drauf, machen Witze und wollen einem auch alles erklären. Es muss am Klima und an der traumhaften Umgebung liegen. Ich habe zu Thomas gesagt, wer hier lebt, kann einfach nur gut drauf sein. Nie werden wir diese paradiesischen Traum­tropentage vergessen.

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Nach einem herzlichen Empfang mit einem Tropical Cocktail und einer kurzen Führung durch den Garten ziehen wir sofort unsere Badesachen an und laufen ins Meer. Es ist einfach herrlich – das Wetter traumhaft, unser Strandbungalow einfach perfekt! Der Bungalow hat auch eine kleine Veranda und liegt mitten in einem Palmenhain. Von hier können wir auch den Strand und das Meer sehen. Am Abend lauschen wir den tropischen Gesängen der Zikaden, dem Rascheln der Palmen und dem Meeresrauschen. Es ist so paradiesisch, dass wir hier gar nicht mehr weg möchten!

Nebenan ist das Grundstück zu verkaufen... das wär’s... Träumen ist ja erlaubt... und so verbringen wir den ersten Nachmittag im Paradies nach einem erfrischenden Bad im Meer mit einem langen Strandspaziergang. Wir entdecken dutzende Kakadus in den Palmen, die miteinander spielen. Es ist wunderschön ihnen zuzuschauen, wie sie auf den Palmenwedeln schaukeln. Es gibt in diesem perfekten Bild drei Farben, die sich mir ganz deutlich eingeprägt haben, das unendliche Blau des Himmels, das satte Grün der Palmwedel und die schneeweißen Kakadus.

02. Juli 2008 Kewarra

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Auch dieser Tag beginnt mit einer Erfrischung im Meer und einem warmen Sonnenbad. Wir sind so entspannt hier, dass wir kaum das Telefonklingeln bemerken. Um 09.40 h sind bereits die netten Leutchen von „Heliflights“ vor Ort, um uns zu unserem Traumflug abzuholen. Also, eben noch im Meer und schon sind wir auf dem Weg zu einem der schönsten Urlaubserlebnisse, eines, welches wir wirklich nie vergessen werden! Noch ehe wir uns versehen, sitzen wir bereits im Heli. Zunächst fliegen wir über Cairns und über den herrlichen Regenwald. Wir sehen auch die Scenic-Railway, welche durch den Regenwald bis nach Kuranda führt.

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Und jetzt folgt der schönste Teil dieses einmaligen Fluges. Es geht hinaus aufs Meer zu den Riffen. Das Wetter ist fantastisch und das Meer schillert in seinen schönsten Farben. Die Riffe aus der Vogelperspektive zu sehen verschlägt uns den Atem. Wir möchten eintauchen in diese magische Welt. Für einen kurzen Augenblick landen wir sogar auf einer sog. Sandy-Cay, einer kleinen Koralleninsel, am liebsten wäre ich ausgestiegen, um diese Zauberwelt zu betreten. Es ist ein kurzer magischer Moment und schon geht der Flug weiter ins unendliche Blau des Himmels und des Meeres.

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Der Traum endet nach 60 Min. Flugzeit in Cairns auf einer Landeplatt­form vor dem Shangri-La-Hotel. Wir sind hin und weg von dieser atemberaubenden Natur. Zu allem Überfluss kann ich auf beiden Ohren nichts mehr hören, worüber ich ziemlich schockiert bin – aber nach Druckausgleich geht es wieder. Jeff, unser Betreuer und Fahrer, kümmert sich rührend um uns – ein echter Banana Bender. Total gut drauf und immer in Erzähllaune berichtet er uns auf der Rückfahrt nach Kewarra einen Schwank nach dem anderen aus seinem Leben mit dröhnender Stimme, das alles in schönstem Aussie-Englisch – von James Cook angefangen, über seine Kindheit, bis zum 18. Geburtstag, seine Arbeit, seine Familie. Manchmal schlägt er sich vor Vergnügen auf die Schenkel, wir verstehen eigentlich nur die Hälfte, aber wir lachen mit und Jeff freut sich! Plötzlich ärgert sich Jeff über die Steuern und die Benzinpreise – als wir ihn über einige Dinge in Sachen Steuern und Benzinpreise aus Deutschland erzählen, lässt er einen kurzen Moment das Steuer los und ruft entsetzt aus: „Blame on me – those bloody mangroves...!“ Ein wunderbarer Typ!

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Ich sage, dass ich so gerne einmal auf Sandy-Cay wäre. Kein Problem für Jeff. Er fährt sofort zu seiner Firma, wo wir einen Blick in die Broschüren werfen. Tolle Angebote, die uns in Deutschland gar nicht bekannt waren. Es lohnt sich also, sich selbst über alles zu informieren, es gibt z.B. den traumhaften Trip: „Champagner Frühstück auf einer Sandy Cay“ Wir schwören uns, dass wir dies bei unserem nächsten Aufenthalt in Kewarra auf jeden Fall machen werden. Jeff sagt, wie auch immer, ihr entscheidet euch richtig! Es wäre ein einmaliges Erlebnis, jetzt, gleich, es sofort zu tun – aber wir heben es uns auf – wir haben ein weiteres Highlight in der Zukunft vor uns! Denn wir werden definitiv in dieses Paradies zurückkehren.

Am Nachmittag dann sind wir mit unserem lieben Colyn verabredet. Welch’ ein schönes Wiedersehen! Er hat unsere Hochzeitsfotos dabei. Sie sind traumhaft geworden und werden immer in unseren Herzen sein. Das Schönste, was Colyn sagt, ist, dass er jetzt eine feste Freundin habe. Unsere Hochzeit zu fotografieren und den ganzen Tag mit uns zu verbringen hätte ihn so berührt, dass er den Mut gefasst hat, die Frau, die er schon seit langem toll findet, darauf anzusprechen. Auch sie hat nie den Mut gehabt, es auszusprechen. Und nun sind sie ein Paar und sogar zwischenzeitlich zusammengezogen. Wir freuen uns sehr für Colyn und er freut sich für uns. Wir hoffen, dass wir ihn wiedersehen und unser Kontakt bestehen bleibt.

03. Juli 2008 Kewarra

Der letzte Tag in Far North Queensland – schade, denn hier in Kewarra fühlen wir uns außerordentlich wohl! Heute Morgen geht es wieder direkt vom Bett an den Strand und hinein in die kühlen Wellen des Pazifiks. Uns scheint, als schwimmen wir direkt in den Sonnenaufgang. Magische Momente, die wir nie vergessen werden. Wir relaxen noch einmal unter tropischer Sonne und unternehmen nach dem Frühstück einen ausgedehnten Fotorundgang durch diese wunderschöne Anlage. So viele tropische Pflanzen und Blumen entdecken wir – es ist eine wahre Pracht, diese Üppigkeit!

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Danach fahren wir in die Nachbarorte Trinity Beach und Palm Cove. In Palm Cove wollen wir über die Seebrücke gehen, doch leider ist diese gesperrt, mehrere Polizeiwagen und die Presse sind vor Ort sowie sehr viele Schaulustige. Zunächst nehmen wir an, dass ein Film gedreht wird. Doch soeben kam die Nachricht, dass am Strand ein Toter geborgen wurde. Es sei nicht klar, wie dieses Unglück, welches sich in der letzten Nacht ereignet hat, geschehen ist. Ganz Palm Cove stehe jedenfalls unter Schock, so der Nachrichtensprecher. Ein „Body on the Beach“ an so einem friedlichen Ort und man müsse sogar von Mord ausgehen, hoffentlich bricht nun nicht der Tourismus ein. Ja – so eine Nachricht passt hier überhaupt nicht her, in diese heile, sonnige, farbige und schöne Welt.

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Nach diesem traurigen, aber dennoch ziemlich aufregenden Erlebnis, fahren wir noch einmal in den Coles Supermarket und decken uns mit Pfefferminzleckereien ein. Wieder einmal bestaunen wir die unglaubliche Lebensmittelvielfalt in diesem Supermarkt. Heute Nachmittag relaxen wir. Es ist zwischenzeitlich windig und recht frisch geworden; Winter in FNQ... aber wir genießen die ausgedehnten Strandspazier­gänge. Es ist so traumhaft und da hier viele Leute mit ihren Hunden unterwegs sind, bekommen wir auch sehr schnell Kontakt zu den überaus freundlichen Einheimischen. Hier kann man wirklich mit jedem Small Talk halten – es gehört zum Lebensstil dazu. Einige haben deutsche Vorfahren, wie z.B. der nette Herr mit seinen beiden Jack Russel Terriern. Als er hört, dass wir deutsch miteinander sprechen, spricht er uns auch sofort in gebrochenem Deutsch an. Der nette Herr ist stolzer Besitzer einer der Villen hier. Die Häuser sind wunderschön – es muss eine Freude sein hier zu leben. Wir werden wiederkommen – nach Far North Queensland...

04. Juli 2008 Kewarra und Ankunft Rotes Zentrum

Abschied von Far North Queensland – aber nicht für immer! Die ganze Nacht haben Thomas und ich kaum ein Auge zugemacht. Ganz früh, um 06.15 h, geht es zum Flughafen, wo wir dann noch sehr viel Zeit haben bis zu unserem Abflug. Es ist sehr kühl und aus der Cairns Post erfahren wir, dass eine Grippewelle im Anmarsch ist. Ich frage mich, warum dann noch die Flughafenhallen dermaßen gekühlt werden. Handschuhe sind fast nötig – nur leider habe ich keine dabei! Ich bin jedenfalls sehr froh, dass die letzten Tage so schön entspannt waren, denn die nächsten werden auf Grund der vielen Fliegerei sicherlich etwas anstrengend werden.

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Die heutige Flugzeit zum Uluru von 2 Std. und 45 Min. geht jedoch sehr schnell herum Der Anflug ist atemberaubend! Im schönsten Morgenlicht sehen wir Uluru und Kata Tjuta – die rote Erde leuchtet in der Sonne und strahlt mit dem blitzeblauen Himmel um die Wette, dazu auch noch die erstaunlicherweise sehr grüne Vegetation – nichts von Leere und Kargheit – es ist ein Traumland aus der Traumzeit! Hier kommen noch einmal all’ die Farben auf dieser wunderschönen Reise zusammen. Unser Mietauto ist ein silberner Holden mit Heckspoiler! Thomas ist nicht allzu begeistert. Unser Hotel Sails in the Desert ist ganz o.k., die Preise sind aber im oberen Bereich angesetzt.

Nach dem Bezug unseres Zimmers machen wir uns sofort auf zum Kata Tjuta. Bis wir endlich an diesem magischen Ort ankommen, vergehen erst mal drei Stunden. Erstens müssen wir ewig lange auf unser Essen warten (wir haben Aussie Burger bestellt, in der Hoffnung, dass dies schnell geht) und dann schickt uns die Frau, die am Eingang des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark in einem Pförtnerhäuschen sitzt, auch noch erst ins Visitor Center, wo wir Infos über Wanderungen etc. erwarten – aber es gibt keine Informationen. Stattdessen erhalten wir in diesem interessanten Besucherzentrum von der Angestellten äußerst merkwürdige Auskünfte, z.B. dass der Kata Tjuta Walk eher männlich sei, und die Wege um den Uluru eher weiblich...

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Diesen weiteren Umweg hätten wir uns also sparen können, zudem ist Thomas von dem Burger nicht gut und er ärgert sich. Aber wir kommen dann noch rechtzeitig an diesem wunder­schönen Tag am magischen Kata Tjuta an, wo wir den unvergess­lichen Rundwanderweg von 8 km wagen. Die drei dutzend Felsdome des Kata Tjuta gelten den Aborigines als heilige Stätte. Ursprünglich bildeten die Kata Tjuta (viele Köpfe) einen einzigen Sedimentblock. Wind und Wasser, Hitze und Kälte haben das Gestein mürbe gemacht und auseinander gesprengt, wobei die heutigen Kuppeln und Dome entstanden. Die schmalen, tiefen Schluchten zwischen den Felsgebilden, in denen sich auch während längerer Trockenzeiten Grundwasserteiche halten, bilden ein Refugium für Pflanzen und Tiere.

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Wir unternehmen hier die schönste aller Wanderun­gen in diesem beeindruckenden Felsmassiv, den „Valley of the winds walk“. Die Farben der „vielen Köpfe“ ändern sich von strahlendem Rot über Ocker bis hin zu diversen Brauntönen und Schwarz. Es ist einfach märchen­haft!

Zum Glück sind außer uns nicht allzu viele Touris unterwegs, aber als die Sonne tiefer steht, scheinen wir plötzlich ganz allein an diesem zauberhaften, fast unwirklichen Ort zu sein. Und dann ist es auch noch ganz still – so als sei die Zeit stehen geblieben. Wir sind so beeindruckt und ich bereue nicht, zum Abschluss unserer Reise hierher gekommen zu sein. Wir erleben einen Traum­sonnenuntergang als wir vom Kata Tjuta wegfahren. Morgen erwartet uns ein weiterer Tag hier im Outback inmitten der leuchtenden roten Erde. Es ist wirklich so rot hier – ich habe das nicht erwartet. Wir sind sehr begeistert und haben uns in dieses Land sofort verliebt.

05. Juli 2008 Rotes Zentrum

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Heute heißt es wieder „Sehr früh aufstehen“ – aber wenn man so tolle Erlebnisse vor sich hat, macht das gar nichts aus! Punkt 07.00 h werden wir vom Hubschrauber-Service abgeholt und schon sitzen wir zum Sonnenaufgang in der etwas klapprigen alten Maschine. Und wieder erleben wir etwas für uns Einmaliges – den Sonnenaufgang über Uluru (Schattiger Platz) und Kata Tjuta (Viele Köpfe). Es ist märchenhaft, über diese Landschaft zu fliegen. Die im Morgenlicht glühenden roten Felsen sind einfach wunder­schön – alles erscheint fast unwirklich. Eine halbe Stunde verbringen wir wie im Traum.

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Nach diesem tollen Start in den Tag geht es nach einem kräftigen Frühstück auf zu einem 10 km langen Marsch rund um den Uluru. Wir erleben eine faszinierende Wanderung bei bestem Wetter. Einen schöneren Berg als den Uluru habe ich nie gesehen! Wir wandern, fotografieren und filmen, stehen still und halten inne. Es ist atemberaubend!
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Nach der Wanderung sind wir noch im Town Center und schauen uns die Geschäfte an. Es gibt hier sehr schöne Läden und in unserem Hotel kann man faszinierende Gemälde, gemalt von den Aborigines, erwerben. Ganz besonders bezaubernd sind auch hier die angebotenen Opale. Ich kann mich nicht satt sehen an der Schönheit dieser schillernden Steine. Heute Abend fahren wir dann wieder zum Uluru, wo wir einen zauberhaften Sonnenuntergang erleben. Wir machen Fotos im 5 Min. Abstand. Die Farbspiele sind einfach fantastisch! Es ist ein perfekter Tag und nun fallen wir hundemüde ins Bett.

06. Juli 2008 Rotes Zentrum

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Heute ist endlich einmal Ausschlafen angesagt, was uns wirklich sehr gut tut. Wir frühstücken im Town Center und fahren noch einmal zum Kata Tjuta, wo wir an einem besonders schönen Lookout anhalten. Danach machen wir einen Spaziergang zur Walpa Gorge. Das Rot der Steine ist total faszinierend! Nach dem Besuch beim Kata Tjuta fahren wir wieder zum Uluru zu einem Aussichtspunkt, der ab 16:00 h nur für Reisebusse bestimmt ist. Da wir jedoch noch Zeit haben, sind wir an diesem Aussichtspunkt ganz allein und genießen wieder wunderschöne Blickwinkel auf den Zauberberg. Es scheint, als strahle er in seinen schönsten Rottönen mit der leuchtenden roten Erde um die Wette, dazu die grünen Büsche und der blaue Himmel als Kontrast. Alles ist so klar. Wir fühlen uns an einem magischen Ort.

Wir besuchen noch einmal das Kulturzentrum, bevor wir uns, etwas verfrüht, wieder zum Sonnenuntergang beim Uluru einfinden. Das Wetter hat plötzlich total umgeschlagen. Der Himmel ist fast schwarz... einen Sonnenuntergang mit leuchtend roten Farbenspielen erleben wir nicht noch einmal. Dafür bekommen wir vom magischen Berg noch ein besonderes Abschiedsgeschenk, wir erleben ein heftiges Gewitter mit phänomenalen Blitzen und lautem Donner – so als würden uns die Urahnen der Aborigines verabschieden wollen. Und als die ersten schweren Regentropfen auf die rote Erde prasseln, duftet die Luft ganz würzig – so etwas habe ich noch nie gerochen – ein so intensiver, schöner, würziger Duft. Dies ist so ein einmaliges Geschenk wie der gesamte Besuch am Uluru und Kata Tjuta selbst.

07. Juli 2008 Rotes Zentrum, Brisbane

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Ob wir wollen oder nicht – dies ist unser letzter Tag in Australien, bevor es morgen Nachmittag wieder den langen Weg zurück in die Heimat geht. Aber bereits heute sitzen wir den ganzen Tag im Flieger und waren bereits in drei Bundesstaaten. Im Red Centre beginnt der Tag sonnig und kühl, so verabschiedet sich das Outback von uns – sein leuchtendes Rot werden wir nie vergessen! Wir fliegen nach Melbourne, wo es regnet und mit 11°C sehr frisch ist. Am Flughafen ist gerade noch Zeit für einen leckeren Mangosaft, bevor es wieder in den Flieger geht, der uns nach Brisbane bringt. Nun sitzen wir wieder in den Quay West Suites, wie zu Beginn unserer Reise, und essen statt Kürbiscremesuppe eine leckere Pizza. Und morgen geht es wieder Heim. Es war wieder großartig hier in Down Under – das schönste Erlebnis ist unsere Hochzeit gewesen! Es ist für uns selbstverständlich, dass uns unsere nächste Reise wieder in dieses zauberhafte, vielfältige Land führen wird. Auch nach Queensland werden wir zurückkehren... darauf freuen wir uns schon jetzt ganz besonders... aber nun heißt es erst mal für einige Zeit „Goodbye Australia“... sogar der Himmel weint jetzt...

09. Juli 2008 wieder in Hamburg

Wir sind wieder zu Hause und auf uns warten schöne Überraschungen zu unserer Hochzeit. Wir sind total gerührt – das Heimkommen ist nun doch nicht so schwer... aber in unseren Herzen ist DOWN UNDER...

Reiseverlauf als PDF

Die PDF-Datei mit dem Reiseverlauf unserer Australienreise Osten und Red Center öffnet sich in einem neuen Fenster.