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24. Dezember 2006 Adelaide

Nach ca. 30stündiger Reisezeit landen wir endlich in Adelaide!

Das Sky-Bett bei Thai-Air war himmlisch und erst recht der Service! Vor lauter Essen kamen wir kaum zum Schlafen. Und erst der rummelige Flughafen von Bangkok! Wir waren ziemlich fertig, es war sehr heiß, einige Menschen hatten sogar Weihnachtsmützen auf, überall dudelten Weihnachtslieder – es wirkte auf uns sehr komisch und irgendwie unwirklich!

Endlich folgte die vorletzte Etappe von Bangkok nach Singapur. Nun konnte nach zwei Stunden Aufenthalt endlich die letzte Etappe folgen! Nach weiteren sechs Stunden Flugzeit sind wir endlich in Adelaide. Frühe europäische Kolonisten kamen 1836 hier an und gründeten eine Hauptstadt im europäischen Stil. Unsere ersten Eindrücke: windig, bedeckt, kühl und sehr wechselhaft.

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Zunächst fuhren wir mit dem Taxi zur Autovermietung und nahmen unseren eisblauen Toyota entgegen. Die kurze Fahrt zu unserem Hotel gelang uns jedenfalls im Linksverkehr ohne Zwischenfälle, nur einmal war mir doch beim Abbiegen etwas mulmig.

Es ist Heiligabend - ein früher Sonntag Morgen – außer einigen Radfahrern ist noch niemand unterwegs. Der zweite Eindruck von Adelaide ist nicht gerade bemerkenswert. Es fehlt jede Spur von Eleganz, wie sie doch in den Reiseführern so gepriesen wird. Unser Hotel, das unter Denkmalschutz stehende Treasury Building, sieht von außen zwar sehr elegant aus – aber die Inneneinrichtung steht im krassen Gegensatz dazu. Grüne und braune Wände wechseln sich ab, dazu dunkle Teppiche, klobige Lampen und Stühle, welche im Leopardenlook bezogen sind. Wir wohnen in einem geräumigen Apartment mit hohen Fenstern und einem kleinem Balkon. Umgeben sind wir von Bürobetonklötzen, dazwischen ragt klein und bescheiden eine alte Kirche hervor.

Nach einer heißen Dusche aber sieht die Welt schon wieder besser aus und wir machen uns auf den Weg in die City. Im Central Market tobt das Leben! Zunächst ist erstmal einkaufen angesagt. Zuerst landet würziger Käse aus Südaustralien und Tasmanien in unseren Einkaufskorb. Der Verkäufer ist superfreundlich. Wie es so die Art der Menschen dieser Region ist, möchte er wissen, woher wir kommen, was wir hier so machen und wohin wir gehen. Nun sind wir schon angekommen und wir kaufen Obst, Wein, leckeren Eukalyptus-Honig und Brombeer-Apfel-Marmelade. Es gibt einiges an deutschen Ausdrücken zu entdecken: „Metzger“, „Schnitzel“, ja sogar „Vollkornbrot“, welches wir für 1 AUD (ca. 0,60 Cent) ergattern. Selbst der Ausdruck „Mettwurst“ wird hier im Central Market verwendet.

Die Auslagen in den Geschäften könnten Ende der 70iger, Anfang der 80iger Jahre in Deutschland ausgestellt worden sein, von Schuhen und Kleidung ganz zu schweigen. Die Menschen sind alle sehr einfach gekleidet. Sie scheinen aufgeschlossen, freundlich und sehr sympathisch. Der asiatische Anteil ist sehr hoch.

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Zunächst bringen wir die Einkäufe in unser Domizil und dann geht es aber wirklich in die City. Wir frieren und schwitzen abwechselnd, die Müdigkeit steckt in allen Gliedern. Adelaide ist wirklich keine Schönheit und ich wünsche einen kurzen Moment lang, dass ich wieder in unserer gemütlichen Wohnung zu Hause in Hamburg sein kann! Von Weihnachten ist nichts zu spüren, vereinzelt sind scheußliche Weihnachtsdekorationen zu sehen. Wir machen uns auf zum Stadtrundgang. Dieser führt uns denn doch an sechs bemerkenswerten historischen Gebäuden vorbei. Alle Wege jedoch führen in den Botanischen Garten. Welch’ eine Oase! Dieser Garten ist eine Beruhigung für Herz, Geist und aufgepeitschte Nerven. Am liebsten möchte ich mich auf den schönen Rasenflächen zur Ruhe begeben und friedlich einschlummern. Aber es ist jetzt einfach noch zu früh, um diesen zurzeit größten vorherrschenden Wunsch nachzugeben – und das alles am Heiligabend....Nach dem sehr lohnenswerten Besuch des Botanischen Gartens schauen wir uns die hochgelobten Shopping Arcades Adelaides an. Jedoch – das Shoppen außerhalb des Supermarkts lohnt sich nicht.

Endlich sind wir wieder zurück in unserem Domizil. Unser Weihnachtsmenü ist einfach aber lecker. Besonders angetan haben es uns die Limonen-Kräuter-Oliven. Wir sitzen noch kurz auf dem Balkon, was aber einfach zu kühl ist. Sogar eine kleine Bescherung gibt es noch. Bereits um 18.30 h liegen wir hundemüde am Heiligabend im Bett mit der Gewissheit, dass spannende und eindrucksvolle Tage in DOWNUNDER auf uns warten!

25. Dezember 2006 Adelaide

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Bis um 23.00 h schlummern wir tief und fest. Danach sind wir wieder fit und aufnahmebereit – JETLAG pur! Das Bürogebäude gegenüber hat die Fenster so beleuchtet, dass darin ein neongrüner Tannenbaum zu sehen ist und daneben steht die schöne, alte Kirche. Welch’ eine interessante Nachtaufnahme uns da gelingt. Ich lese noch etwas, wache im Laufe der Nacht noch zweimal auf und um 06.00 h ist die Nacht beendet. Wir frühstücken und sind begeistert vom Eukalyptushonig, das Apartment ist auf einmal auch ganz nett und selbst das Wetter ist freundlich! Heute machen wir uns einen schönen Tag, auf welchen wir schon ganz gespannt sind.

Für die Aussies ist heute am 25.12. Weihnachten. Wir fühlen es deutlich in dieser frühen Morgenstunde. Es ist genauso still in den Straßen wie in Deutschland am Heiligabend ab dem frühen Nachmittag. Ein wenig Weihnachtsstimmung im strahlenden Sonnensommer­morgenlicht ist also doch zu spüren....

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Wenig später gehen wir auf die Straße und fremde Menschen die uns begegnen wünschen „MERRY CHRISTMAS“. Da wird uns ganz warm ums Herz......soviel Freundlichkeit wird uns entgegengebracht.....jedoch – das Wetter wird leider schlechter. Zunächst gehen wir zum Victoria Square, wo wir die historische Tram Richtung Glenelg nehmen. Glenelg ist ein relaxter Küstenort, auch „The Bay“ genannt, und liegt direkt am Indischen Ozean. Sogleich führt uns der Weg zum Meer. Zuvor sichte ich „meinen“ ersten Aborigine. Ursprünglich gehörte die Gegend um Adelaide dem Volk der Kaurna. Ich bin fasziniert von dem Aussehen dieses Mannes – er hat die Haare rot gefärbt und sein Gesicht ist sehr schwarz. Ich starre ihn wohl etwas zu lange an, denn er fragt etwas verärgert: “Why watching?“

Der breite Sandstrand und das Meer sehen wunderschön aus – am liebsten möchte ich hineinlaufen – doch leider ist es so dermaßen kühl, dass ein Strand- und Promenadenspaziergang unmöglich sind. Sonst gibt es nichts nennenswertes zu sehen, außer der schöne Platz auf welchem das Rathaus umsäumt von hohen Palmen steht. So nehmen wir schon bald die nächste Bahn zurück in die Stadt. Diese ist wie ausgestorben. Heute am ersten Weihnachtsfeiertag haben sämtliche Restaurants geschlossen und so kommen wir nun doch noch zu einem kleinen Picknick auf unserem fortgesetzten Rundgang durch den wunderschönen Botanischen Garten. Im angrenzenden Park sitzen viele Familien und Gruppen unter beeindruckenden riesengroßen Bäumen, sie picknicken oder spielen Ball. Einige haben auch Weihnachtsmützen auf. Das ist die australische Art, Weihnachten in Adelaide zu feiern.

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Der Weg führt uns am Torrens River entland durch bezaubernde Grünanlagen. Wir gehen bis zum Montefiorie Hill, von wo wir einen schönen Blick auf die Skyline der Stadt genießen. Auf dem Torrens River entdecken wir zu unserer Verwunderung zwei Pelikane, von denen ich annehme, dass sie aus dem nahe gelegenen Zoo entwichen sind. Aber nein – sie leben hier! Welch’ ein Anblick! Wir gehen weiter über den großzügig angelegten Golfplatz und entdecken zwei kleine wunderhübsche Christmastrees, die wir uns genauer ansehen. Plötzlich schießt ein knallgrüner Vogel aus den leuchtend roten Blüten hervor. „Unsere“ Christmastrees werden von zwei wunderschönen Vögeln bewohnt, die wohl zu den Rosellas gehören. Solch’ exotische Vögel haben wir bisher noch nie in freier Natur beobachten können – sie haben ein dunkelblaues Köpfchen, einen gelben Ring um den Hals, eine rote Brust und das übrige Gefieder ist von einem knalligen Grün. Auf der Wiese vor diesen Bäumen verzehren wir unser zweites Sandwich und die Weintrauben, welche wir aus den glücklicherweise geöffneten Convenience-Stores gekauft haben. Es ist so ein schönes Erlebnis, diese wunderhübschen Vögel zu beobachten. Es gelingen uns sehr gute Aufnahmen.

Auf dem Weg zurück ins Hotel haben wir noch ein lustiges Erlebnis. Wir werden auf der Straße von einem Reporter angesprochen, ob wir aus Adelaide seien oder von außerhalb. Dann wohl doch eher von außerhalb, nämlich aus Germany. Ungläubig schaut uns der Reporter an, wünscht uns weiterhin einen schönen Urlaub und meint, für dieses Interview kämen wohl doch eher Adelaidians in Frage. Das war ein lustiges Erlebnis und wir haben alle herzhaft gelacht.

Als Fazit unseres kurzen Besuchs in Adelaide meinen wir, dass man nichts verpasst hat, wenn man diese Stadt nicht gesehen hat. Trotzdem war dieser Besuch als Einstieg für unsere Reise sehr schön. Nun verlassen wir morgen früh Adelaide und auf geht es nach Kangaroo Island. Die Insel liegt ca. 13 km vor Südaustraliens Küste und ist ein Paradies für Vögel, einheimische Säugetiere und Meeresbewohner und dazu eine für die Landwirtschaft bedeutende Region. An der wilden, felsigen Küste gibt es geschützte Strände und kristallklares Wasser. Im Inselinneren wuchern Wald- und Buschland. 30% der Insel sind als Naturschutzgebiet oder Nationalpark ausgewiesen. Da KI von europäischen Krankheiten verschont geblieben ist und hier keine Raubtiere leben, geht es der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt ausgesprochen gut.

26. Dezember 2006 Kangaroo Island

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Wir sind total happy in unserer Wilderness Lodge auf KI.

Die Fahrt begann sehr früh heute morgen um 06.00 h. Das Wetter entwickelte sich leider kühl und regnerisch. Als wir durch die noch leeren Vororte von Adelaide fuhren und uns dem Buschland näherten, entdeckten wir Kakadus, Papageien und Nymphensittiche in den Bäumen. Ich erblickte sogar „mein“ erstes Känguru auf einer Wiese. Welch’ ein Erlebnis! Wir fuhren bis nach Cape Jerwish, wo wir die Autofähre nach Penneshaw auf KI nahmen. Die Überfahrt war ungemütlich, da sehr regnerisch, und die Autofahrt bis zu unserer Lodge war landschaftlich nicht spektakulär – leider erblickten wir sehr viele totgefahrene Tiere am Straßenrand. Aber zu unserem Glück begrüßte uns ein quicklebendiger Schnabeligel am Straßenrand. Dieser drollige kleine Kerl, hier Echidna genannt, hat eine röhrenförmige Schnauze mit einer extrem langen Zunge. Wie unser Igel kann der Schnabeligel seine langen, harten und sehr spitzen Stacheln aufrichten und sich dabei noch zusammenrollen. Er kommt in ganz Australien und Tasmanien vor, vom Regenwald bis zur Wüste und selbst in den hohen Gebirgen des südlichen Australiens und Tasmaniens. Der Echidna ist ein eierlegendes Säugetier. Das einzige Ei wird in den Beutel gelegt, wo sich das Jungtier nach dem Schlüpfen noch etwa drei Monate lang aufhält und von der Muttermilch ernährt wird. Mit seinen gewaltigen Krallen kann der Schnabeligel auch die härtesten Termitenbauten aufreißen, um mit seiner klebrigen Zunge nach den Bewohnern zu fischen.

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Als wir mittags unsere Wilderness Lodge erreichen, ist unser Zimmer noch nicht bezugsfertig. Zwischenzeitlich fahren wir zum Visitor Center, wo wir einen Pass zum Besuch des Flinders Chase National Park kaufen. Dieser Park ist einer der bedeutendsten Südaustraliens. Ein Großteil des Parks besteht aus Eukalyptusgestrüpp, aber es gibt auch einige sehr schöne hohe Eukalyptuswälder und die Luft duftet würzig danach. Die Landschaft an der Küste ist wild und streckenweise wirklich spektakulär. Wir besuchen die „Remarkable Rocks“, eine Gruppe großer, vom Wetter bizarr geformter Granitfelsen auf einer Kuppel, die ins Meer hineinragt. Das ist sehr beeindruckend. Wir wollen noch eine kleine Wanderung unternehmen, aber plötzlich wird das Wetter wieder schlechter. Es wechselt jedoch mit einigen heiteren Perioden. Also fahren wir nach dem Besuch der „Remarkable Rocks“ zurück zum Visitor Center, wo wir ausgerechnet ein krankes Känguru auf dem Parkplatz entdecken. Es bewegt sich sehr langsam und legt sich plötzlich zu Boden. Seine Augen blicken trüb. Es tut mir so leid. Wir benachrichtigen den sympathischen Mann vom Visitor Center, der mit uns kommt, um sich das Känguru anzuschauen. Er will den Ranger benachrichtigen. An dieser Stelle sei bereits gesagt, dass es unserem kranken Roo am nächsten Tag schon wieder besser geht und quietschvergnügt durch die Gegend hüpft, um von den anderen Besuchern Leckerlis zu ergattern. Wir sprechen nochmals mit dem Herrn vom Visitor-Center darüber, der meinte, dass dieses Roo einfach überfressen war. Aber wir sind im Augenblick doch sehr in Sorge um das arme Roo – wahrscheinlich macht uns der sympathische Mann deshalb sogleich auf einen Koala im Baum aufmerksam, damit wir ein wenig abgelenkt sind. Und wahrhaftig – das hat es auch. Unser erster Koala in freier Natur und in seiner natürlichen Umgebung. Welch’ ein Erlebnis – und das an einem einzigen Tag. Praktisch hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Da....schon erblicken wir einen sich sonnenden Goanna, der sich auch noch bereitwillig und zutraulich fotografieren lässt. Wir kommen uns vor wie in einem großen Zoo.

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Unsere Holzlodge ist sehr schön. Sie hat eine kleine Terrasse mit Blick in die Gartenanlage. Wir machen Bekanntschaft mit den hier ansässigen Wallabies und Possums, die uns jetzt am Abend besuchen und sich sogar streicheln und aus der Hand füttern lassen.

Unsere Gastgeber, Helen und James Knight, sind junge sympathische Menschen. Wir lernen auch Craigh von der Gold Coast aus Queensland kennen. Craigh arbeitet gemeinsam mit seiner Frau in der Anlage. Er kennt bereits einige Deutsche, mit denen er in E-Mail-Kontakt steht und weiß einiges über Deutschland – aber das die Mehrwertsteuer ab 01.01.07 19% betragen wird, erschüttert auch ihn. Kein Wunder, denn die Australier haben eine Mehrwertsteuer von 10%. Heute Abend gönnen wir uns ein fantastisches Essen im hiesigen Restaurant. Es gibt ein hervorragendes Curry. Jedes Gewürz ist herauszuschmecken und der hiesige Chardonnay unterstreicht gekonnt die feinen Noten. Wir fühlen uns einfach total wohl hier.

27.12.2006, Kangaroo Island

Nachdem wir unseren Tee im Bett genossen haben, nehmen wir unser superleckeres Lunchpaket entgegen und fahren wieder zum Flinders Chase Nationalpark. Wir begeben uns auf den Platypus Walk. Dieser führt aber durch wenig spektakuläre Landschaft und wir entdecken leider keinen einzigen Platypus. Dieses Schnabeltier gilt als das eigentümlichste der Welt. Die mit Schwimmhäuten versehenen Beine werden zum Schwimmen und Steuern benutzt. Der sehr weiche Pelz schützt im Wasser vor Auskühlung. Die Jungen des Schnabeltieres schlüpfen aus Eiern. Diese werden vom Weibchen bebrütet. Die Jungtiere werden nach dem Schlüpfen noch einige Monate gesäugt. Die Männchen haben am Hinterbein einen scharfen Dorn, der mit einer Giftdrüse in Verbindung steht. Er dient zur Verteidigung und kann bei kleineren Tieren durchaus tödlich wirken. Leider war es uns nicht gegönnt, diese seltsamen Tiere zu erblicken.

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Aber die nächste Wanderung, nämlich der Snake Lagoon Walk, wird dafür umso spektakulärer. Dieser Walk führt uns entlang eines ausgetrockneten Flussbettes, wo wir wieder Goannas beim Sonnenbaden in ihrer ganzen Schönheit beobachten können. Auch die Landschaft ist sehr eindrucksvoll mit ihren vielen von Wind und Wasser geformten Felsen. Der Weg führt uns zu einer traumhaften Bucht, der Snake Lagoon, mit einem Sandstrand - weißer geht es kaum - den wir uns schöner kaum vorstellen können. Aber wir werden im Laufe unseres Urlaubs noch viele weitere Traumstrände, wie es sie nur auf der anderen Seite der Erde gibt, besuchen. Auf unserer Wanderung begegnen uns nur freundliche Aussies, die uns grüßen und immer einen Kommentar zu ihrer gegenwärtigen Verfassung auf Lager haben. Für uns ist so etwas sehr ungewohnt und wir finden das überaus reizvoll. Die Aussies sind schon ein sehr kontaktfreudiges Völkchen! An dem wundervollen Strand zähle ich mit uns zusammen nur sechs weitere Personen. Wir legen uns in den warmen, weißen Sand, schließen die Augen und lauschen der Brandung des Ozeans. Das ist Urlaub pur! Thomas und ich an einem einsamen Strand am Indischen Ozean – mit dabei zwei oberleckere Bananenmuffins – gibt es etwas Schöneres?? So köstlich gespeist wie hier haben wir selten! Kulinarisch erweist sich Australien bereits jetzt als Oberhit!

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Auf dem Rückweg können wir wieder einen hübschen Goanna beobachten und einmalige Aufnahmen von einem Schnabeligel machen.

Da es uns die Küche der Wilderness Lodge besonders angetan hat, gibt es heute Abend eine Karotten-Ingwer-Suppe, Hühnchen in Erdnusssoße, Garnelen in Lemongrassoße und zum Nachtisch ein Mandelparfait in Honigschokosoße. Wir sind restlos begeistert – auch von unserer Unterkunft, den netten Menschen, der Umgebung und der Atmosphäre. KI erweist sich als ein Traumziel.

Nach dem Essen können wir uns nur noch rollen und unternehmen einen Buschwalk, welcher gleich hinter unserer Lodge beginnt. Und da entdecken wir wieder einen Koala hoch in den Baumwipfeln. Ein tolles Erlebnis. Außerdem scheint es etwas wärmer zu werden. Ich hätte nie gedacht, mitten im Busch so zu frieren und den Heizstrahler unserer Lodge zu betätigen. Zum Glück sind wir noch einen weiteren Tag in diesem Traum zu Besuch und können die „Wilderness for beginners“ genießen.

28.12.2006, Kangaroo Island

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Nach unserem Spaziergang gestern Abend bekamen wir wieder netten Besuch auf unserer Terrasse von den hübschen Wallabies und, welch’ ein besonderes Erlebnis, diesmal sind auch die Possums zu uns gekommen. Vier Possums und sechs Wallabies wuselten um mich herum, um das begehrte „RooFoo“ zu ergattern. Ein Possum kletterte sogar auf meine Schulter! Es fraß die Körner aus meiner Hand, legte dabei sein kleines kaltes Pfötchen auf meine Hand und einmal schaute es mich aus seinen großen und dicht bewimperten Augen direkt an – ich war hin und weg, streichelte es und fühlte sein wunderbar weiches Fell. Das war so ein tolles Erlebnis und der Höhepunkt des gestrigen Tages. Wir sind der Tierwelt so nah’ wie nie zuvor in unserem Leben.

Danach ging ich, bibbernd vor Kälte (!), ins Bett. Es ist hier so dermaßen wechselhaft; am Morgen und am Abend ist es sehr kalt (unter 10°C) und nachmittags kann es dann sehr heiß werden. Da beklage sich noch einer über das wechselhafte Wetter in Deutschland! Wir schlafen hier aber richtig gut. Unsere Wilderness Lodge hat eine 1+ verdient. Dass ich so häufig nachts aufwache, liegt am JETLAG.

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Heute fahren wir zu den Kelly Hill Caves. Eine uralte Kalksteinhöhle, angeblich „entdeckt“ von einem Pferd namens Kelly. In den 1890er Jahren fiel es zufällig durch ein Loch hinein. Alles schön und gut – aber noch sehenswerter finden wir die Papageien, die draußen vor der Höhle in den hohen Eukalyptusbäumen ihre Jungen füttern. Anschließend fahren wir zur malerischen Hanson Bay. Es ist zu kühl, um an den Strand zu gehen. Ich hätte es mir nie träumen lassen, hier im südlichen Land so zu frieren.

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Am Nachmittag fahren wir wieder in den Flinders Chase Nationalpark. Wir besuchen Admirals Arch, einen Bogen, den die brandenden Wellen geformt haben. Aber noch interessanter ist, was sich unter diesem Bogen im Wasser abspielt. Die neuseeländischen Robben sind da. Es ist so faszinierend, diese Tiere zu beobachten, zumal sehr viele Babyrobben dabei sind. Danach fahren wir zur Ruine des ehemaligen Hauses der Leuchtturmwärter. Auf dem steilen Felsen haben wir einen fantastischen Blick auf das grün schimmernde Meer und einem weiteren traumhaften Strand. Nun sind wir wieder zurück in unserer Lodge. Die ersten Wallabies sind auch schon da! Wir freuen uns schon auf das Abendessen und den für heute geführten Nachtspaziergang. Morgen müssen wir leider dieses Paradies verlassen. Wir fahren nach Robe. Robe ist eine Zwischenstation auf dem Weg in den Grampions Nationalpark. Wir freuen uns schon!

29. Dezember 2006, Robe

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Beim gestrigen Nachtspaziergang sichteten wir zwei Koalas in den Baumwipfeln, die furchterregende Laute von sich gaben! Es war sehr kalt; ich musste zwei Jacken übereinander tragen. Wir stolperten durch Wald und Feld, bewaffnet mit Taschenlampen in einer bunt gemischten Gruppe, versuchten den Erklärungen unserer Führerin zu folgen, was uns mehr schlecht als recht gelang. Wir sahen jede Menge Wallabies und fünf große Kängurus. Welch’ anmutiger Anblick in der Dämmerung. Es war leider zu dunkel, um zu fotografieren. Wieder zurück in der Lodge, tauchte auch schon wieder das erste Possum auf. Leider mussten wir uns heute von der „Wilderness Lodge“, unseren Wallabies und Possums verabschieden. Gestern Nacht gingen wir wieder vor Kälte schlotternd zu Bett.

Heute nun bringt uns die Fähre zurück auf das Festland und eine lange, unspektakuläre Strecke folgt. Schön sind aber die Papageien, die wir vereinzelt sichten können. Endlich sind wir in Robe bei Anne in ihrem B&B gelandet. Robe ist ein nettes, sauberes Städtchen direkt am Indischen Ozean. Anne ist eine zauberhafte ältere Dame und unsere Unterkunft ist sehr schön. Es scheint nun endlich etwas wärmer zu werden. Aber wahrscheinlich scheint es nur so. Eben waren wir wieder traumhaft speisen, ein Garnelengericht für umgerechnet ca. 10 €. Wo gibt es das noch, außer in Downunder? Wir machen noch einen Spaziergang am traumhaften Strand von Robe, bevor wir vor Müdigkeit nur so in das große, bequeme Bett fallen.

 

30. Dezember 2006, Halls Gap im Grampions Nationalpark

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Wir haben endlich einmal ohne zu frieren geschlafen. Das Frühstück bei Anne war einfach klasse. In ihrem Frühstücksraum, praktisch eine Verlängerung ihres Wohnzimmers, ist es herrlich gemütlich und der Ausblick auf das Meer und die Norfolk Palm (eine stattliche Tanne) lässt einen ganz ruhig und ausgeglichen werden. Ein klarer blauer Himmel verspricht einen herrlichen Tag. Aber wie das hier so ist, plötzlich wird es wieder grau und sogar einige Regentropfen fallen. Dazu ist es drückend heiß. Wettermäßig haben wir das Kontrast­programm pur!

Unser erster Stopp sind die Naracorte Caves. Dies ist die einzige Gegend in Südaustralien, die die Unesco als Welterbe deklariert hat. Die Fossilvorkommen und Kalksteinhöhlen wurden in der BBC-Serie „Life on Earth“ in Szene gesetzt. Wir nehmen an einer geführten Tour durch die Victoria Fossil Cave und die Alexandra Cave teil, wo 1969 Knochen von über 100 verschiedenen Tierarten aus einem Zeitraum von 200.000 Jahren entdeckt wurden. Die Wet Cave mit ihren interessanten Formationen, welche sich im Laufe von 2 Mio. Jahren gebildet haben, und ihren unterirdischen Gängen, können wir auch ohne Führung besuchen. Nun haben wir insgesamt vier Kalksteinhöhlen in Australien gesehen, jede war auf ihre Art interessant und schön, aber nun ist unser Besichtigungsbedarf an Höhlen wohl für die nächsten Jahre erstmal gedeckt!

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Und dann ging es auf nach Halls Gap im Grampions Nationalpark. Die Grampions gehören zu den herausragenden Naturschönheiten Victorias mit einer immensen Tier- und Pflanzenvielfalt sowie imposanten Felsformationen. Die Fahrt hierher kam uns sehr lang und landschaftlich sehr öde vor. Das Wetter ist nicht gut, und Halls Gap macht erst recht keinen nennenswerten Eindruck. Aber für unsere Unterkunft, die Marwood Villa, hat sich der Abstecher in jedem Fall gelohnt! Wir wohnen in der im indischen Stil eingerichteten Villa. Diese ist ein Wohntraum mit Whirlpool, den wir natürlich gleich heute Abend einweihen. Die Villen, insgesamt sechs, jede in einem anderen Stil eingerichtet und von außen im toskanischen Stil, stehen auf einem großzügigen Parkgrundstück. Es hat im Januar 2006 heftig gebrannt im Park, doch zaghaftes Grün kehrt an den kohlschwarzen Stämmen der Bäume zurück. Sehr viele exotische Vögel sind auch zurückgekehrt, die ihre fremdartigen Stimmen zur Abendstunde zum Gesang anheben, welches irgendwie wie ein Lachen klingt, dazu das sehr laute Gezirpe der Zikaden. Außerdem ist dieses Parkgrundstück auch Heimat einer Gruppe von roten Riesenkängurus, die immer sehr neugierig zu uns schauen. Wahrscheinlich denken sie von uns genauso. Unsere super gestylte Vila hat wirklich alles, was das Herz begehrt. Eine top eingerichtete Küche, eine gemütliche Sofaecke, ein herrlich breites Bett und natürlich der Whirlpool, welcher neben dem Bett steht! Es gibt eine Doppeldusche mit Ausblick durch eine Glaswand auf die umbaute Terrasse, natürlich dürfen die notwendigen Heizstrahler und zwei flauschige Bademäntel nicht fehlen! In der Villa gibt es sogar als besonderen Hingucker einen kleinen umlaufenden Steinfluss, der durch den Wohn- und Essbereich führt. Aufgrund der allgemeinen Wasserknappheit betätigen wir diesen nicht. Irene, unsere nette Gastgeberin, ist sehr froh, dass es nun endlich stundenlang regnet.....uns ist es auch recht, so können wir die Villa und den Jahreswechsel so richtig schön in unserem Hideaway genießen. Ein Hideaway der ganz besonderen Art. Hier könnten wir es bereits jetzt länger aushalten.

31. Dezember 2006, Halls Gap im Grampions Nationalpark

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Der letzte Tag des Jahres – und wir sitzen hier mitten in der wunderschönen Parkanlage vor unserer Marwood Villa und lauschen den exotischen Gesängen der hier heimischen Vögel. Nun vor Einbruch der Dämmerung ist die Umgebung in goldenes Licht getaucht. Wir fühlen uns in unserer indischen Villa außerordentlich wohl. Der gestrige Abend war traumhaft, vor allem das erholsame Bad in unserem Whirlpool.

Heute Nacht erwachten wir vom lauten Geprassel des heftigen Regens auf dem Dach unserer Villa. Es regnete ununterbrochen bis zum frühen Nachmittag. Aber das hat uns in keinster Weise gestört. Erstens tut es der Natur gut und trägt zu Regeneration des verbrannten Waldes bei, und zweitens haben wir ja uns in dieser traumhaften Villa! Heute morgen wurde uns ein großer Frühstückskorb vor die Tür gehängt. Wir bereiteten uns Rührei mit Speck und Tomaten zu. Es gab frisches Weißbrot mit Marmelade und Honig, ein Yoghurt und ein Müsli waren auch dabei. Wir verbrachten hier in der Villa einen sehr gemütlichen Vormittag und lauschten dem sehr starken Regen. Anschließend begaben wir uns unter die sehr praktische Doppeldusche mit Blick auf die Terrasse. Danach habe ich mich erst mal unter den herrlich warmen Heizstrahler gestellt. Unsere Villa ist hier so versteckt, dass von außen niemand Einblick haben kann, außer vielleicht die echt süßen Kängurus. Wir machten die Rollos auf und blickten ins Grüne – es ist so ein tolles Gefühl, mitten im Busch und doch geschützt. Dies ist ein Hideaway wie wir es uns immer erträumt haben! Könnte ich doch die Marwood Villa mitsamt der Umgebung mitnehmen. Aber in meinem Herzen ist dieser Platz immer für mich da, wenn ich es wünsche. Sich dieses Bild hervorzurufen ist wunderbar für die innere Ruhe.

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Soeben machten wir noch eine kurze Fahrt zu den verschiedenen Lookouts der Umgebung, zu den Balconies und zu den McKenzie Falls. Die schöne Natur erholt sich wieder von den Bränden aus dem Vorjahr. Es gibt auch sog. Regenerations­areale, die man nicht betreten darf. Wir sehen weiße Kakadus, die sich wunderschön vom Blau des Himmels abheben. Für den heutigen besonderen Abend haben wir einen Tisch im Restaurant des Haupthauses bestellt. Danach machen wir es uns wieder gemütlich, wollen noch einen Abendspaziergang in der Parkanlage unternehmen und natürlich darf ein weiteres Bad im Whirlpool nicht fehlen. Um 0.00 h hiesiger Zeit wird es erst 14.00 h in Deutschland sein. Wir werden auf das neue Jahr mit einem Glas Chardonnay anstoßen und für die Erfüllung unserer Wünsche Wunderkerzen anzünden. Wobei sich der „Australian Dream“ bereits für uns erfüllt hat. HAPPY NEW YEAR!

01. Januar 2007, Halls Gap / Apollo Bay

HAPPY NEW YEAR – Kontrastprogramm inclusive! Eben noch in unserer wunderschönen Marwood Villa bei Irene mit leckerem Frühstück – jetzt im total rummeligen Badeort Apollo Bay bei Fish’n’Chips. Es ist fast so, als seien wir aus einem Traum erwacht! Aber von Anfang an: Gestern haben wir im krassen Gegensatz zu heute sehr nett gespeist, z.B. Ente asiatisch auf Rucola-Haselnusssalat. Danach zündeten wir unsere Wunderkerzen vor der Villa an, lauschten abermals den fremdartigen Geräuschen der Vögel um uns herum. Außerdem war wieder ein Gewitter angesagt, was sehr beeindruckend anzusehen war. Es war einfach herrlich in unserer Villa! Wir nahmen noch ein Bad in unserem schönen Whirlpool und um 0.00 h erlebten wir via TV das Feuerwerk live aus Sydney mit. Das war einfach toll! Bei uns im Busch war nichts zu spüren vom Jahreswechsel, außer dem Gewitter blieb alles ruhig.

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Heute morgen dann hieß es früh aufstehen und Abschied nehmen von der Marwood Villa, von Irene und von unseren Roos. Wir besuchten noch das hiesige Aboriginal Cultural Center, was sehr sehenswert ist, und machten uns dann auf den Weg nach Warrnambool, von wo wir dann auf die Great Ocean Road fuhren. Es war sehr beeindruckend! Das Wetter hingegen war leider gar nicht auf unserer Seite. Trotzdem nahmen wir jeden Lookout mit und es hat sich gelohnt! Bei den „Twelve Apostels“ war es natürlich am rummeligsten. Trotzdem hatten wir einen guten Blick auf diese sagenhaften Felsformationen vor der Küste Victorias. Auch ein traumhafter Anblick ist die „London Bridge“ und „Loch Ard Gorge“. Nur eben das Wetter wurde immer schlechter und die nervigen Fliegen raubten uns den letzten Nerv!

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Als wir in Apollo Bay ankamen, waren wir schon ziemlich fertig. Wir stellten sofort fest, dass dieser Ort so gar nicht unser Geschmack ist und überhaupt nicht zu uns passt. Zum Glück befindet sich unsere Unterkunft, das Clearwen Retreat, ganz versteck in den grünen Hügeln hoch über der Buch. Diese grüne hügelige Landschaft erinnert uns sehnsüchtig an Neuseeland. Um eine Kleinigkeit zu essen, mussten wir wieder in diesen Albtraum zurückfahren und Fastfood zu uns nehmen, da in unserem ansonsten sehr netten Hideaway nur Frühstück angeboten wird. Bin zurzeit stimmungsmäßig auf dem Nullpunkt, da es auch wettermäßig sehr kühl, windig und regnerisch geworden ist. Wir wollen am liebsten alles sofort unternehmen und sehen, am besten gleichzeitig, müssen uns aber auch dringend erholen. Daher ist unser Plan, morgen früh vor Sonnenaufgang zu den „Twelve Apostels“ zu fahren, erst mal gestrichen und auf die Abendstunden verlegt worden in der Hoffnung, dass wir Glück mit dem Wetter haben werden. Dies ist aber zurzeit überhaupt nicht abzusehen.

02. Januar 2007, Apollo Bay

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Heute Morgen fühlen wir uns in der Ruhe der lieblichen, grünen Hügel sehr gut ausgeschlafen. Während des Frühstücks wird auch plötzlich das Wetter schön. Wir sitzen an einem großen Tisch vor einem Panoramafenster. Der Blick auf die hügeligen Wiesen und Felder und in der Ferne das Meer ist einfach traumhaft. Wir befinden uns in netter Runde mit einem deutschen und einem italienischen Ehepaar. Erstere sind hier im Urlaub, letztere zwar auch, jedoch leben sie in Sydney. Sie sind schon als Kinder Ende der 50ziger Jahre hierher ausgewandert und wollen nun zurückgehen zu ihren Wurzeln nach Italien. Sie erzählen uns interessante Dinge aus ihrer Anfangszeit in Downunder. Es war alles nicht so rosig und romantisch, sondern begann erst mal mit einem sechsmonatigen Aufenthalt in einem Lager. Sie haben sich nicht willkommen gefühlt, jedoch sind sie jetzt natürlich voll integriert, sind in zwei Sprachen perfekt und verbreiten auch das hierzulande sehr beliebte italienische Lebensgefühl. Was mich an der Dame so fasziniert ist, dass sie jetzt erst angefangen hat zu studieren, Psychologie, Philosophie und Kunst. Wir sitzen lange mit den beiden interessanten Paaren beim Frühstück, um uns angeregt über alles mögliche zu unterhalten.

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Danach starten wir unsere Küstentour von Apollo Bay nach Lorne und zurück entlang der Great Ocean Road. Es ist eine schöne Tour mit traumhaften Ausblicken auf die Küste und das Meer. Aber das allerschönste Erlebnis haben wir auf der Rückfahrt. In einem kleinen Eukalyptus-Wäldchen, mitten an der Straße in einer Kurve, entdecken wir mehrere Koalas in den Bäumen. Mit von der Partie war auch Mama Koala mit Baby (!) – und das alles in freier Wildbahn! Fasziniert filmen und fotografieren wir was das Zeug hält! Am Ende der Tour sind wir glücklich über das endlich schöne Wetter und darüber, dass wir wieder in unsere grünen Hügel aus der Rummeligkeit Apollo Bays entschwinden können. Hier oben ist es einfach traumhaft! Der Ausblick auf die samtig grünen Hügel und das azurblaue Meer ist wunderschön, es weht eine leichte Brise und die Luft duftet würzig nach Eukalyptus. Wir machen uns jetzt einen entspannten Nachmittag, bevor wir gegen Abend unseren Traum wahrmachen können, und die Twelve Apostels im Sonnenuntergangslicht sehen. Es war schon immer einer meiner größten Träume dort am Strand entlangzugehen in einem besonderen Licht. Wir freuen uns schon sehr darauf!

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Mehrere Stunden später: Ein Traum ist in Erfüllung gegangen! Im schönsten goldenen Abendlicht fahren wir zurück zu den „Twelve Apostels“. Zuvor tanken wir noch unseren Wagen. Gleich nebenan befindet sich ein Seafood Takeaway. Eine Tüte Fish’n’Chips darf nicht fehlen. Wir suchen uns einen Platz, wo wir unser Abendessen verzehren können und landen bei den Scenic Flights. Sofort kommt einer der netten Piloten angelaufen. Thomas schenkt uns einen Flug im goldenen Abendlicht über die zwölf Apostel und den anderen Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road. Es ist einfach unbe­schreiblich schön – eines der schönsten Erlebnisse unseres Lebens! Alles ist perfekt, die Zeit, das Licht und die Stimmung!

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Nach diesem einmaligen Erlebnis gehen wir an den goldenen Strand und bleiben dort bis zum Sonnenuntergang. Als wir die Heimfahrt antreten, ist auch schon der Vollmond aufgegan­gen und die Sonne hat einen purpurnen Himmel zurückgelas­sen. Schöner kann es wirklich nicht sein! Wir fahren und fahren, immer noch ganz begeistert von den Erlebnissen der letzten Stunden, und dann bemerken wir endlich nach ca. einer Stunde, dass wir uns total verfahren haben. Aber irgendwie gelangen wir dann wieder auf den richtigen Weg. Das ist schon ein echtes Abenteuer und wir werden es nie im Leben vergessen! Nun sind wir zurück in den schützenden grünen Hügeln. Sehr müde aber unsagbar glücklich!

03. Januar 2007, Melbourne

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Heute haben wir die grünen Hügel verlassen und sind in Melbourne angekommen – wieder ein Kontrastprogramm. Zunächst sind die Temperaturen enorm angestiegen – es sind 34°C. Hier im Sofitel sind wir im 42. (!) Stockwerk mit einem Megaausblick auf die City untergebracht. Melbourne ist natürlich wesentlich aufregender als Adelaide bzw. gar nicht damit vergleichbar. Trotzdem erscheint mir hier im Moment alles zu hoch und zu groß, was sicherlich daran liegt, dass ich die letzten Tage in den grünen Hügeln und am Meer verbracht habe.

Nachdem wir heute unseren Toyota abgegeben haben, gehen wir wieder in die Stadt. Es ist irre heiß! Wir besuchen den Victoria Market, welcher mittwochs immer ab 19.00 h beginnt. Dieser Markt ist total wuselig mit Massen von Menschen aber auch sehr interessant mit den vielen Ständen, die Kunst, Souvenirs und superleckeres Essen aus aller Herren Länder anbieten. Dazu wird super Livemusik gespielt. Hier tobt das Leben! Es scheint, als sei die ganze Welt auf kleinster Fläche ver­sammelt. Wir kaufen uns ein Holzspiralwindspiel und ein wunderschönes Schneidebrett aus Eukalyptusholz. Nach dem Besuch des überaus reizvollen Nachtmarkts fahren wir auf die Aussichtsplattform des Rialto Towers – in 253 m Höhe können wir einen sagenhaften Ausblick auf Melbourne im Abendlicht genießen. Es ist ein aufregender Tag gewesen – aber nun müssen wir uns erst mal ausruhen.

04. Januar 2007, Melbourne

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Endlich einmal ausgeschlafen! Nachdem wir die Fensterläden in unserem klimatisierten Zimmer im 42. Stock zur Seite rücken, sticht eine brennende Sonne durch das Fensterglas. Es ist so heiß, dass man annehmen könnte, jemand habe einen Heizstrahler angestellt. Klimaanlagen sind hier wirklich notwendig. Wir machen uns einen entspannten Vormittag und sind noch vor der Mittagspause in der Passage des Hotels. Bemerkenswert ist, dass man in jeder Passage rundum gehen kann und einfach eine super Auswahl an hochleckerem Essen hat. Ich habe noch nie so gut gegessen wie hier in Australien! Für diese hochwertige Qualität, von der ich meine, dass es diese in Deutschland nicht gibt, zahlen wir weniger als bei uns zu Hause. Alles ist superfrisch zubereitet, praktisch an jeder Ecke bekommt man herrliche Fruchtsäfte und der Kaffee schmeckt auch wunderbar aromatisch. Ich vermisse die Speisen aus Downunder noch heute. Es wird auch sehr viel Minze in den Speisen verwendet, auch in Schokoriegeln. Für mich ein absoluter Hochgenuss! Heute nun ist bei uns Brunch angesagt. Dieser beginnt mit leckerem Honeychicken in der gut gekühlten Passage. Wir beobachten die Angestellten und Businesskasper aus den umliegenden Bürohochhäusern, die dort ihre Mittagspause verbringen. Die Leute sind alle sehr elegant und schick angezogen. Thomas und ich sind wohl die einzigen Touris – dies ist unschwer erkennbar, sind wir doch die einzigen in Shorts – anders ist es leider nicht auszuhalten.

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In der City kommen wir vor Hitze kaum vorwärts. Wir nehmen die kostenlose historische Straßenbahn und fahren bis zum alten Bahnhof. Melbournes Stadtbild fasziniert uns. Immer wieder können wir interessante Blicke auf die Silhouette der Stadt werfen. Im Southend gefällt uns die Atmosphäre am besten. Zur Abkühlung gehen wir zwischendurch immer wieder in die Passagen. In Hamburg schützen sie vor Regen, in Melbourne vor der Hitze. Es finden sich dort sehr nette Läden, hier tobt das Leben und immer wieder finden sich Stände mit den unterschiedlichsten kulinarischen Spezialitäten. Das Minze-Sesam-Eis z.B. ist eine Wucht und erst das gut gekühlte Mango-Sorbet, welches wir uns auf dem Rückweg unseres doch recht kurzen Ausflugs in die Royal Botanic Gardens schmecken lassen, weckt unsere Lebensgeister. Die Hitze ist beinahe unerträglich, selbst für mich.

Unterwegs machen wir eine längere Pause unter einem dieser wunderschönen großen Bäume und es hat den Anschein, dass hier sehr viele Menschen den Schatten dieser Bäume suchen. Leider können wir uns auf Grund dieser für uns doch recht extremen Wetterlage nicht lange in diesem schönen Park aufhalten. In den Nachmittagsstunden suchen wir wieder unser Hotelzimmer auf. Am Abend dann machen wir eine Rundfahrt mit der historischen Bahn. Melbourne ist eine wirklich interessante und sehenswerte Stadt, hervorzuheben sind auch die Docklands. Zum Abendessen gibt es zwei leckere Sandwiches und einen herrlichen Mango-Bananen-Apfelsaft. Wir nehmen unser Abendessen am Fenster unseres Zimmers ein und genießen den sagenhaften Ausblick. Das waren schöne Tage in Melbourne.

05. Januar 2007, Hobart (Tasmanien)

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Das Jahr ist erst fünf Tage alt, und doch zeichnet es sich jetzt bereits ab, dass es ein Jahr der Kontraste sein wird! Eben noch bei glühender Hitze in Melbourne – und jetzt bei Regen und wesentlich kühleren Temperaturen in Hobart, Tasmaniens Hauptstadt. Momentan ver­misse ich Melbourne mit all’ seinen Annehmlichkeiten schmerzhaft – auch wenn man kaum einen Schritt vor Hitze tun konnte....dafür war das Essen an jeder Ecke einsame Spitze....ich vermisse selbst Adelaide mit seinem wunderschönen Grüngürtel und den netten Tieren.....aber da dies ja eine kontrastreiche Reise ist, sitzen wir hier nun bei strömenden Regen im Henry Jones Art Hotel in einem sehr schönen Zimmer mit Blick auf den kleinen, beschaulichen Hafen von Hobart. Nur besseres Wetter fehlt uns noch zu unserem Glück....einen kleinen Spaziergang haben wir schon gewagt, jedoch sind wir nach wenigen Minuten klitschnass in unser Zimmer zurück geflüchtet. Zwischenzeitlich lesen wir sehr viel aus unserer Reiselektüre „Frühstück mit Kängurus“ von Bill Bryson, was sehr interessant und auch lustig geschrieben ist. Habe mir am Flughafen von Melbourne wunderschöne Opalohrringe und einen Opalanhänger gegönnt. Diese Steine sehen einfach traumhaft schön aus! Nun hoffen wir aber auf besseres Wetter, da die meisten Aktivitäten tatsächlich von diesem abhängen.....

06. Januar 2007, Coles Bay (Tasmanien)

Ach du Schreck – es regnet noch immer! Wir beschließen, das Frühstück im Hotel einzu­nehmen. Anschließend leihen wir uns zwei riesengroße Regenschirme und machen uns auf den Weg zum Salamanca Market. Wie schön es doch gewesen wäre, dies alles im goldenen Sonnenschein zu erleben.....Zurzeit scheint uns dies nicht gegönnt, denn es wird weiter­regnen, ununterbrochen, 24 Stunden lang.....Der Markt ist aber trotzdem sehr schön und wir ergattern einige nette Mitbringsel. Nach einem weiteren kurzen Abstecher im Visitor Center machen wir uns auf nach Coles Bay, natürlich nicht ohne unsere großen Umbrellas, die wir uns bei Henry Jones für eine Woche „ausgeliehen“ haben.

Die Fahrt ist leider äußerst lang­weilig und sehr ermüdend. Wir sehen von der gepriesenen Schönheit Tasmaniens überhaupt nichts, da alles wolkenverhangen ist. Mir fallen die vielen toten Bäume am Wegesrand auf und die großen kahlen Steppen. Ich finde das alles ziemlich trostlos.

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Endlich aber sind wir am Ziel! Zunächst überkommt uns die Panik, was wir hier das ganze Wochenende in dieser Einöde bei diesem Wetter tun sollen. Den Einheimischen aber freut der Regen und für die Natur ist es auch gut. Von unserer robusten Holz-Lodge sind wir zunächst vom Badezimmer ziemlich enttäuscht....und überhaupt so von allem....Frustriert fahren wir ins Visitor Center, wo wir uns einen Nationalparkausweis von 50 AUD kaufen müssen. Da sind wir auch nicht gerade begeistert. In Coles Bay gibt es außer einem kleinen Tante-Emma-Laden, der Treffpunkt aller zu sein scheint, nichts anderes.....In dem Laden decken wir uns erst mal mit Wasser etc. ein. Zurück in unserer Holz-Lodge nehmen wir uns vor, das Beste aus der Situation zu machen. Prompt stellen wir denn auch fest, dass unsere Lodge lagenmäßig, nämlich mit Blick auf das schöne tasmanische Meer und die Bucht, am schönsten ist, wenn wir denn etwas sehen könnten... Die Lodge verfügt auch über ein großes Panoramafenster, unter welchem direkt ein kleines Sofa eingebaut wurde, man liegt also quasi im Fenster. Dort kann man herrlich relaxen und in den Busch blicken, dazu die Ruhe und das gleichförmige Plätschern des Regens.....Bis in die frühen Abendstunden dösen Thomas und ich auf diesem Sofa. Das ist herrlich erholsam.

Heute Abend essen wir im hiesigen Restaurant. Ich bestelle mir eine tasmanische Fischplatte. Der Nachtisch, eine Creme Brulée, ist auch sehr lecker. Und es regnet, regnet, regnet... Die Einrichtung des Haupthauses ist übrigens sehr schön und noch immer weihnachtlich geschmückt, und das sogar sehr geschmackvoll.

07. Januar 2007, Coles Bay (Tasmanien)

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Heute Morgen nach dem Aufwachen lausche ich nach dem Geprassel des Regens…..und….nichts…..alles ruhig….Es hat aufgehört zu regnen! Stellenweise ist sogar blauer Himmel zu sehen! Das weckt unsere Lebensgeister! Pünktlich sind wir beim Frühstück, um danach gleich zu unserem ersten Walk zu starten. Es geht zum Lookout „Wineglass Bay“. Auf der Fahrt dorthin können wir erst jetzt erkennen, wie schön es um uns herum ist. Wir wohnen mitten an einer Bucht, die eingebettet ist von rosafarbenen Granitfelsen. Welch’ ein wunderschöner Anblick das türkisfarbene Meer erst ist.... Der Aufstieg zum Lookout entpuppt sich als ziemlich schweißtreibend, ist aber gut zu schaffen. Die in rosa Farbtönen getauchten Felsformationen, The Hazards, rund um uns herum sehen einfach gigantisch aus! Der Ausblick auf die bezaubernde Wineglass Bay an unserem Ziel ist jede Mühe des Aufstiegs wert! Die Wineglass Bay sieht einfach umwerfend aus. Wie oft wir diese Aussicht schon auf Fotos bewundert haben, und nun stehen wir leibhaftig selbst dort. Das ist ein großartiges Gefühl und das immer schöner werdende Wetter lässt auch hoffen! Der Abstieg ist leichter und wir bemerken, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt dort oben waren, erstens wegen des schönen Lichts zum Fotografieren, zweitens wird es nun immer heißer...

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Der nächste Walk führt uns zur Erfrischung an die wunderschöne Honeymoon-Bay. Welch’ reizender Name für so einen schönen Platz. Die Felsen dort am Strand sind in rote Farbe getaucht! Auch bei uns in der Anlage gibt es wunderschöne Ausblicke am Steg, der direkt ins Meer führt. Den dritten Walk unternehmen wir am Richardson Beach, wo endlich auch einmal unsere Strandläufer zum Einsatz kommen. Dieser Strandspaziergang ist für uns ein Erlebnis wie im Traum! Die Strände hier auf der anderen Erdhälfte sind einmalig! An ein erfrischendes Bad im Meer ist leider nicht zu denken, denn dazu ist das Wasser einfach zu kühl....Dafür sind wir mit den Füßen aber schon drin! Es ist herrlich! Und diese wunderschönen Muscheln am Strand...So stellen wir uns jedenfalls einen Beach vor....

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Nach diesem traumhaften Strandspaziergang fahren wir nochmals ins Visitor Center, wo wir uns eine CD eines hiesigen Künstlers kaufen (Cary Lewincamp). Nach einem kleinen Spaziergang dort führt uns unser letzter Walk für heute zum Cape Tourville. Das ist ein wunderschön angelegter Rundweg mit Blick auf das Meer und die Hazards. Just als wir diesen Walk beenden fängt es an.......richtig.....zu regnen......Einfach wie abgepasst! Wir gehen in unsere Lodge und legen uns in unser Fenster. Mittlerweile kommt zu allem Überfluss auch noch ein Sturm auf! Es wird ziemlich ungemütlich und die Temperaturen fallen wieder herunter. Trotzdem schlafen wir in unserem Fenster ganz relaxed ein. Kein Wunder, nach diesem aktiven Tag. Es war ein wunderschöner Tag – trotz der Wetterkapriolen. Das Essen im hiesigen Restaurant ist heute wohlverdient. Und morgen....kommt dann wieder etwas anderes....! Kontrastprogramm pur!

08. Januar 2007, Coles Bay, Biceno, St. Helens (Tasmanien)

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Die ganze Nacht stürmte es heftig und es war sehr kühl. Wir waren froh, als wir heute morgen Coles Bay verlassen und Richtung St. Helens fahren konnten. Während der Fahrt wurde das Wetter immer besser. Unser erster Halt war in Bicheno. Dieser wunderschöne Ort hat einige der schönsten Badestrände des Bundesstaates und lockt jeden Sommer vor allem Tasmanier in den 700-Einwohner Ort, welcher ca. 200 km nordöstlich von Hobart liegt. Ursprünglich war Bicheno eine Walfänger­station, die um 1803 eingerichtet wurde. In der Mitte des 19. Jh’s. wurde hier Kohle verladen. Neben dem Tourismus ist heute die Langustenfischerei eine Haupterwerbsquelle. Bicheno ist ein kleiner, sauberer und freundlicher Ort mit einer atem­beraubenden Felsenküste – dies sollte im Laufe des Tages noch übertroffen werden. Doch zunächst machen wir einen kleinen Spaziergang entlang der Blow Holes inmitten der rot und gelb gefärbten Felsen und der atemberaubenden Brandung. Der nächste Stopp führt in den „East Coast Birdlife & Animal Park“. Der Besuch dieses natürlichen Tierparks lohnt sich wirklich! Wir können sogar die putzigen Tasmanischen Teufel bei der Fütterung beobachten und wieder einige sehr gute Aufnahmen machen.

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Am Nachmittag dann erreichen wir den schönen Ort St. Helens. Dieser beliebte Ferienort mit seinen bekannten Fischlokalen liegt an der Nordostküste Tasmaniens. Ursprünglich war auch dieser Ort Walfängerstation und Sträflingssiedlung, später wurde er zum wichtigsten Fischereihafen der Ostküste. Eine wunderbare Strecke führt uns direkt hierher an der traumhaften Küste entlang. Wir machen einen Halt an einem puderweißen Traumstrand – und dieses Highlight von Strand wird für heute nicht der einzige sein. Nun haben wir endlich das Gefühl in Tasmanien angekommen zu sein. Die Ostküste ist die schönste des Landes, so empfinden wir es. St. Helens macht einen blitz­blanken Eindruck und die Leute sind superfreundlich! Keine Kunst, wenn man in solch’ fast unbeschreiblich wunderschöner Umgebung lebt!

Zunächst statten wir wie so oft dem Visitor Center einen Besuch ab. Dieses zeigt eine interessante und kostenlose Ausstellung über das Leben der ersten Siedler mit allen möglichen Utensilien, ja sogar eine Leichenkutsche aus der damaligen Zeit ist unter den Kuriositäten dabei! Diese Ausstellung ist sehenswert.

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Unser Motel ist sehr einfach und mit schrillen Farben über purpur bis rot eingerichtet – aber es ist sauber. Wir laden dort nur kurz unsere Klamotten ab und fahren gleich weiter, um soviel wie möglich von diesem irdischen Traum erleben zu können. Nun folgt wohl der schönste Teil dieses traumhaften Tages, welcher eigentlich ziemlich grau begann. Ich entdecke einen Ort in dieser zauberhaften Umgebung, von dem ich schon lange träume, es aber nie in Worte fassen konnte, geschweige denn es mir richtig auszumalen. Aber es gibt ihn, meinen Traumort. Er heißt, und das ist kein Witz, „Humbug Point“ an der Binalong Bay. Ich spüre, dass dies der ideale Rückzugsort für mich ist, ruhig, sonnig und ein Traumstrand mit einem Meer, welches in der Sonne von grün, aquamarin und einem tiefen Blau funkelt – dieser puderweiße Strand und diese Bucht mit ihren magischen roten Felsen sind so unbeschreiblich schön, dass ich es kaum zu beschreiben vermag. Wenn ich heute an diesen magischen Ort denke, überkommt mich ein Sehnen nach diesen Farben und diesem Gefühl des Friedens. Das habe ich bisher noch an keinem Ort gespürt, selbst in der Wüste nicht. In dem Ort selbst sind auf einer Anhöhe wunderschöne Villen errichtet, eine schöner als die andere, aber nichts ist aufgesetzt, protzig, geschweige denn touristisch, sondern alles sehr natürlich – einfach wunder­schön! Ein zauberhafter Ort – der Humbug Point – ich werde ruhig und gelassen, wenn ich daran zurückdenke. Ich möchte so gerne länger bleiben! Und doch weiß ich, dass ich diesen Ort wohl nie wieder in meinem Leben wiedersehen werde.

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Ein magischer Platz.....aber das nächste Highlight wartet schon auf uns! Die sog. Garden Route – eine wunderschöne einsame Strecke entlang der Küste mit fantastischen Ausblicken auf das wilde Tasmanische Meer. Am Meer ist es trotz des traumhaften Wetters sehr frisch – während die See am Humbug Point sehr ruhig war. Leider ist es viel zu kühl um ein erfrischendes Bad im Meer zu genießen. Dies wird uns auf der gesamten Reise nicht möglich sein. Ein wunderschöner Tag geht nun zu Ende – ich habe meinen Ort gefunden – und das an einem Tag, der wie gesagt eher grau begann – das Kontrastprogramm bleibt uns weiter erhalten.

09. Januar 2007, St. Helens, Launceston (Tasmanien)

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Heute Morgen heißt es leider Abschied nehmen von St. Helens, dieser netten, kleinen und übersichtlichen Stadt mit ihrer traumhaften Umgebung und überaus freundlichen Menschen. Wer solch’ Superstrände vor der Haustür hat, der kann eigentlich nur happy sein, oder?!

Unsere Fahrt führt uns zunächst zum St. Helens Point und dann geht es durch malerische Landschaft zu den St. Columba Falls. Es handelt sich um einen imposanten Wasserfall, aus dem in 90 m Höhe im Sommer 40.000 l Wasser p.M. fließen. Dieser Wasserfall befindet sich am Ende eines Weges, der durch dichten Regenwald führt. Das Morgenlicht fällt durch die dichten grünen Blätterdächer und es ist einfach wunderschön und erfrischend an diesem magischen Ort zu sein.

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Danach geht es weiter durch eine friedliche Bilderbuchlandschaft zur Lavendelfarm. Der Besuch der Lavendelfarm ist natürlich ein Highlight des heutigen schönen Tages. Ein Meer aus lila Blüten breitet sich vor uns aus. Es ist, als sei ein Maler mit lila Farbe durch diese grüne Hügellandschaft gegangen. Wir machen einen Spaziergang durch die Lavendelfelder, die Bienen summen so laut und es duftet so schön.... Unseren Besuch krönen wir mit einem Lavendeleis.

Nach diesem sehr lohnenswerten Abstecher dauert die Fahrt nicht mehr lang bis zu unserem nächsten Ziel, Launceston. Launceston ist die zweitgrößte Gemeinde Tasmaniens am geschützten Hafen einer Flussmündung. 1805 wurde die Siedlung gegründet. Eine ertragreiche Landwirtschaft im Umland, Mühlen und Brauereien sorgten für wachsenden Wohlstand. Bereits in den zwanziger Jahren des 19. Jh.s wuchs Launceston zur wichtigsten Stadt Nordtasmaniens heran. Am Flusshafen entstanden Kaianlagen und Lagerhäuser. Im Südwesten der Stadt befindet sich eine wildromantische Schlucht, der Cataract Gorge. Der South Esk River hat im Laufe vieler Jahrhunderte diese Schlucht in den Fels gegraben. Trotz dieser wunderschönen natürlichen Sehenswürdigkeit gefällt mir Launceston nicht so gut – dies bemerke ich bereits beim Hineinfahren in die Stadt. Zudem ist unsere Unterkunft überaus hässlich – zum Glück ist es nur für eine Nacht. Außerdem laden wir nur wieder unsere Klamotten ab und es folgt der zweite, sehr aktive Teil des heutigen Tages.

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Wir gehen zu Fuß von unserer Unterkunft, die im Norden liegt, bis zum Cataract Gorge. Dort oben soll es einen Sessellift geben. Aber zunächst müssen wir uns bis zu unserem Ziel ziemlich bergan die Haxen abstrampeln und es ist sehr, sehr heiß! Es ist ein langer und anstrengender Marsch, den wir dort hinlegen, der uns aber durch schöne Wohnviertel führt. Am Ziel nehmen wir die Seilbahn „One Way“ – die Bahn führt über eine Länge von 308 m ohne Zwischenpfeiler, was weltweit einmalig sein soll, über die Schlucht, über ein Freibad und über dem Dach eines Cafés, auf welchem ein Pfau thront! Ein wenig mulmig ist mir schon – doch der nette ältere Herr an der Station meint schulterklopfend zu mir „Relax and enjoy“! Recht hat er – ach, könnte ich das nur des öfteren tun! Auf der anderen Seite der Schlucht angekommen gehen wir wieder auf Entdeckungstour. Die Schlucht ist wirklich einmalig! Der Weg führt uns auch über eine Hängebrücke, es ist richtig abenteuerlich von dort oben die Menschen, die zwischen den Felsen baden, zu beobachten. Wir gehen dann den ganzen Weg entlang der Felsenschlucht und durch einen kleinen Park zurück. Nach dieser schönen Umgebung ist man aber auch gleich wieder im Industriegebiet von Launceston. Wie in jedem Industriegebiet ist es hässlich und in der Innenstadt ist überhaupt nichts los. Das einzig sehenswerte in Launceston ist eben diese Felsenschlucht. Wir sind froh, wenn wir morgen weiterfahren können. Am Abend genehmigen wir uns dann einen Aussie Burger bei McDonalds – wir sind einfach zu kaputt und zu verschwitzt, um noch ein Restaurant zu suchen. Der Aussie Burger mit roter Beete schmeckt gar nicht mal so übel...

10. Januar 2007, Launceston, Cradle Mountains (Tasmanien)

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Heute Morgen frühstückten wir in Manfreds Konditorei. Bei dem gewissen Manfred handelt es sich um einen Deutschen, der vor über 20 Jahren nach Tasmanien kam und bereits zwei Cafés hier eröffnet hat. So ist es jedenfalls auf Manfreds Speisekarte zu lesen, die einige deutsche Spezialitäten, wie z.B. Rumkugeln, Frankfurter Krantz etc. zu bieten hat. Danach führte uns der Weg durch idyllische Landschaft zur Honeyfarm. Dieser Besuch ist für Honigliebhaber, wie ich es bin, ein echter Hit! Wir probierten 40 (!) Honigsorten und obendrein kam noch ein Honigeis. Das war superlecker – und für zu Haus haben wir uns natürlich auch ordentlich mit tollen Honigsorten wie Manuka, Bush, Meadow, Peppermint und Leatherwood eingedeckt. Ich freue mich jetzt schon auf den Genuss!

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Nach diesem Besuch führt die Fahrt in die Cradle Mountains. Wir fahren durch einen tiefen Wald und wenn wir ab und zu einmal einem Fahrzeug begegnen, erschrecke ich mich schon ein wenig. Die Landschaft ist sehr schön grün und hügelig. Im hiesigen Gebiet der Cradle Mountains ändert sich die Landschaft jedoch schlagartig. Plötzlich sind überall nur noch tote Bäume zu sehen und große abgeholzte Flächen. Warum also zwei Tage Urlaub in einem toten Gebiet verbringen? Dies soll doch schließlich eines der beliebtesten Erholungsgebiete Tasmaniens sein?! Warum das so ist, hat sich mir vor Ort leider nicht erschlossen. Ich habe im Visitor Center nachgefragt und auch ein paar Worte mit einem Einheimischen darüber gewechselt. Alle finden das Aussehen dieser Landschaft völlig natürlich und soweit ich die Dame aus dem Visitor Center verstanden habe, sind die Bäume nicht krank, jedoch seien die Opossums daran schuld, dass soviel kahles Land mit toten Bäumen zu sehen ist. Das kann doch gar nicht sein, dachte ich. Zwischenzeitlich bin ich schlauer. Die Papierindustrie ist am Werk und holzt die Bäume gnadenlos ab. Eine Aktivistengruppe stemmt sich zwar dagegen, jedoch mit wenig Erfolg. Das Aussehen dieser Gebiete ist jedenfalls sehr erschreckend und ich verstehe nicht, warum ein Deckmantel des Schweigens darüber gelegt wird und arme unschuldige Tiere daran Schuld haben sollen? Hier ist auch sehr viel touristischer Betrieb, was sich jedoch zum Glück sehr schnell verläuft.

Unsere Cradle Mountain Lodge ist recht nett. Wir machen uns gleich zu einem langem Walk rund um den Lake Dove auf. Die Lage ist wiederum bezaubernd. Es geht durch Regenwald am See entlang mit Blick auf die Cradle Mountains. Wir haben ausgesprochenes Glück mit dem Wetter! Es ist sonnig, 20°C – ideales Wander­wetter. Ein Shuttlebus bringt uns kostenlos zum Ausgangspunkt der Wanderung. Heute spüren wir schon sehr, was wir so getan haben .... aber es hat uns sehr viel Freude bereitet.

11. Januar 2007, Cradle Mountains (Tasmanien)

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Vor lauter Müdigkeit fielen wir gestern Abend bereits um 21.00 h ins Bett. Es knackte etwas merkwürdig um uns herum; Thomas meinte, dass dies das Holz der Lodge sei, dass ja ständig arbeite. Um 02.00 h erwachte ich wieder von einem Knistern und Knacken und er­blickte ein seltsames Glühen und Funkeln......erst mal die Brille aufgesetzt....und ich sah, dass sich auf wundersame Weise der Kamin entzündet hatte. Ich weckte Thomas und wir beide waren mächtig erstaunt und sehr ratlos aufgrund dieses Phänomens. Wir rätselten herum und wollten schon zur Rezeption gehen, denn das kam uns schon sehr suspekt vor. Es war zwar total gemütlich – trotzdem konnten wir uns nicht vorstellen, bei brennendem Kamin zu schlafen. Noch einmal in Ruhe die Instruktion der Heizung durchgelesen....und da haben wir des Rätsels Lösung! Der Kamin entzündet sich von selbst, wenn die Raum­temperatur auf unter 20°C fällt. Wie dies technisch möglich ist, erschließt sich mir nicht. Thomas dreht die Raumtemperatur runter, und schon geht der Kamin wie von Geisterhand aus.... und wir schlafen wunderbar weiter, bis uns um 07.00 h eine warme Morgensonne weckt.

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Es wird ein perfekter Tag und einer der schönsten unseres Urlaubs! Das Frühstücks­buffet ist super und das Wetter von morgens bis abends einfach grandios. Wenn man bedenkt, dass es hier meistens regnet, haben wir großes Glück mit diesen wunderbaren Tagen. Wir machen uns auf zu einer langen Wanderung, welche ja schon zum Track wird... Wir wandern vom Ronnies Creek zum Crater Lake und von dort zu Marions Lookout, welcher sich in einer Höhe von 1.223 m befindet. Die Strecke ist steinig und uneben. Aber wir schaffen es – sind ungeheuer stolz auf uns und werden belohnt mit einem sagenhaften Ausblick auf die hiesige Bergwelt, den Cradle Mountains und dem Dove Lake sowie dem Lake Lilla. Zurück ist der Weg auch abenteuerlich bis zum Lake Wombat und zum Lake Lilla. Die Landschaft ist unbe­schreiblich schön und sieht aus wie frisch geputzt. Die Flora und Fauna ist uns gänzlich unbe­kannt. Die Leute, denen wir begegnen, sind alle super­freundlich. Wir treffen auch einen Deutschen, der 1963 nach Tasmanien auswanderte und wir führen ein interessantes Gespräch.

Als wir wieder zurück in der Lodge sind, gönnen wir uns erst mal einen Snack im Bistro. Leider ist es uns nicht gegönnt noch einen spontanen Termin im Spa zu bekommen. Das hätte jetzt etwas gehabt.....eine schöne Massage und ein Bad – o.k. sollte nicht sein....

Dafür fahren wir jetzt an einen Platz, von welchem wir uns erhoffen, die süßen Wombats aus nächster Nähe beobachten zu können. Das sind so schöne Tage hier, trotz der toten Baumfelder, die mich anfänglich so schockierten. Vielleicht ist ja doch alles „natural“ wie der gemeine Aussie sagt...

12. Januar 2007, Cradle Mountains, Strahan (Tasmanien)

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Unser Wunsch, die süßen Wombats “live” zu sehen, wurde uns gestern im schönsten Abendlicht gleich doppelt und dreifach erfüllt! Wir fuhren zum Ronnies Creek, wo wir Mama Wombat mit ihrem Baby aus nächster Nähe beobachten konnten. Das war so reizend, sie einander schmusen zu sehen und beide beim Grasen zu beobachten. Wir haben wunderbare Aufnahmen aus nächster Nähe machen können. Es waren auch noch einige andere Wombats vor Ort. Anschließend fuhren wir nochmals zu den Cradle Mountains. In diesem besonderen Licht wirkten die Berge noch schöner. Und um das ganze noch zu toppen, hatten wir vor unserer Lodge auch noch einen großen Wombat zu Besuch! Das war ein wirklich besonderes und einmaliges Erlebnis!

Heute morgen heißt es leider „Abschied nehmen“. Wir hätten hier noch ein bis zwei Tage länger verweilen können. Der Weg führt uns entlang der Westküste nach Strahan. Jetzt erst bemerken wir, wie hoch oben wir in den Bergen waren. Es geht jetzt nur noch abwärts entlang einer schroffen und kurvenreichen Felsenstraße. Die Erde hier ist tatsächlich rot und geht von ocker bis in ein helles gelb über, als Kontrast dazu der smaragdgrüne Regenwald. Es ist einfach unbeschreiblich schön! Einmal noch reißen die Wolken auf – und dies zu einem besonders wichtigen Zeitpunkt.

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Wir erreichen jetzt die 30 m hohen Henty Dunes. Wir erklimmen natürlich sofort die sandige, wüstenähnliche Weite. Dahinter der indische Ozean und der knallblaue Himmel – welch’ ein Kontrast und ein tolles Erlebnis! Strahan selbst ist ein reiner Ferienort, bestehend aus einer großen Anlage „The Village“. Wir wohnen hier mehr oder weniger „letzte Reihe“ – aber was soll’s für eine Nacht?! Dafür buchen wir nach einer Schnellentscheidung eine ca. 5 stündige Schifffahrt in der Luxusklasse auf dem Gordon River. Diese führt uns zunächst durch den Macquarie Habour zum Hells Gate, dem Seeeingang zum Southern Ocean, und danach sind wir auf dem sog. Schwarzen Fluss. Es regnet in Strömen! Auf grund der hier allgemein großen Niederschlagsmengen war eine Besiedelung erst sehr spät im 19. Jahrhundert möglich. Strahan war zunächst auch Strafkolonie, bevor der ausbruchsichere Knast in Port Arthur gebaut wurde. Die Bedingungen für die Sträflinge waren abscheulich, wie wir dem netten Guide bei einer Führung auf der berühmt berüchtigten Sarah Island entnehmen konnten. So mussten die Sträflinge mit Fußketten versehen meterhohe Bäume fällen und sie über das Wasser flößen. Aber diese Zeiten sind ja nun vorbei und es erinnern nur noch ein paar Mauern an das ehemalige kleine Gefängnis auf Sarah Island. Ehrlich gesagt interessieren uns diese alten Geschichten nicht so sehr – aber bei den Aussies findet alles großen Anklang. Und dabei regnet es den ganzen Tag nur so in Strömen! Irgendwie scheinen wir auf Schiffsausflügen nicht soviel Glück mit dem Wetter zu haben. Dafür ist aber die Verpflegung an Bord sehr gut. Wir essen und trinken praktisch ununterbrochen – ist alles inklusive und schmeckt einfach fantastisch. Draußen sieht man nur den peitschenden Regen....Aber da dies ja eh’ eine kontrastreiche Reise ist und wir schon einige Gläser guten tasmanischen Weins intus haben, stört uns das eigentlich kaum noch...

13. Januar 2007, Hobart (Tasmanien)

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Nun sind wir wieder zurück in Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens, wo wir es uns nach heutiger langer Fahrt von ca. 300 km im Henry Jones Art Hotel so richtig gut gehen lassen. Die Fahrt hierher zurück war landschaftlich sehr schön; einen Lookout und das Visitor Center am Lake St. Clair nahmen wir noch mit, aber dann war definitiv die Luft raus... Wir merken, dass wir ziemlich erschöpft sind von den vielen Eindrücken und einfach nicht mehr aufnahmefähig für weitere Wasserfälle, Parks und Lookouts.

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Endlich in Hobart angekommen, sind wir ziemlich gestresst und wollen doch noch unbedingt den sehr sehenswerten Botanischen Garten besuchen. Kaum sind die Koffer in unserer sehr schönen und komfortablen Suite (wieder mit Whirlpool!) über den Dächern von Hobart abgestellt, geht es sogleich zu Fuß los. Es handelt sich keineswegs um nur 10 Min. Gehweg, wie uns der Glatzkopf vom Empfang versicherte, sondern entpuppt sich als ein nicht mehr zu bewältigender Marsch in unserer momentanen Verfassung! Entnervt gehen wir nach halber Wegstrecke zurück und fahren mit dem Auto für eine kurze Stippvisite in den Botanischen Garten. Ein wunderbarer Garten, in welchem man herrlich verweilen und relaxen kann. Doch für uns wird es nun endlich Zeit für ein leckeres Gourmet-Menue. Das Essen ist einfach köstlich und es ist genau das, was wir jetzt brauchen! Jetzt gönnen wir uns noch ein Bad im Whirlpool bevor es dann morgen weitergeht zu aufregenden Tagen in die Metropole Sydney. Ansonsten brauchen wir jetzt nur noch Ruhe und eine ordentliche Mütze voll Schlaf!

14. Januar 2007, Sydney

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Wir hätten gerne noch einen Tag lang zur Erholung und zur Verarbeitung der vielen Eindrücke gehabt. Wie gern wären wir in unserem großen Bett in der sehr schönen Suite des Henry Jones Art Hotel liegengeblieben.....aber leider heißt es heute um 6.30 h aufstehen... unser Flieger bringt uns in die aufregende Metropole Sydney. Diese imposante City steht für uns eindeutig an erster Stelle! Wir haben wieder ein nettes Zimmer hier im Intercontinental mit Blick auf den Hafen und wir können auch einen Teil der berühmten Oper sehen. Nur die Bediensteten an der Rezeption erscheinen uns sehr blasiert – die Leute in Melbourne kamen mir irgendwie natürlicher vor.

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Es geht auch gleich nach unserer Ankunft Richtung Hafen, wo sich die beiden Wahrzeichen, die berühmte Harbour Bridge und das Opera House, gegenüber stehen. Die Harbour Bridge, der heißgeliebte „alte Kleiderbügel“ (Old Coat Hanger) streckt sich über den Hafen, wo er am schmalsten ist. Die Brücke verbindet das Zentrum mit der Bürostadt. 1932 wurde sie fertiggestellt. Sie kostete 20 Mio. $. Das Sydney Opera House liegt dramatisch wie auf einer Postkarte auf der Ostspitze des Circular Quay. Das hoch aufragende Muscheldach ist eines der Must-See-Sights der Welt Ein toller Anblick – außerdem tobt hier das Leben! Ein kurzer Walk durch den wundervollen Botanischen Garten führt uns vom Hafen in das imposante Business-District. Den Abend verbringen wir in einem wundervollen Park, in welchem sich Riesenfledermäuse, sog. Flying Foxes, vor exotischer Kulisse in den riesigen Bäumen versammeln. Ein wahnsinniger Anblick....., wie überhaupt die gesamte Stadt hier!! Wir sind total begeistert – nur schade, dass wir nicht mehr ganz so aufnahmefähig sind, jetzt - fast am Ende unserer wunderschönen Reise.

15. Januar 2007, Sydney

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Zur Feier unseres letzten Urlaubstages in DOWNUNDER gehen wir zum Lunch in ein wunderbares Fischrestaurant im Hafen. Ich habe eine sagenhafte Fischplatte gegessen. So gut wie in DOWNUNDER habe ich bisher nirgendwo auf der Welt gegessen! Sydney ist einfach traumhaft und zeigt sich an unserem letzten Tag von ihrer schönsten Sonnenseite. Wir nehmen die Fähre nach Manley. Somit durchqueren wir  auf dem Wasser den Hafen und haben einen traumhaften Blick auf die gesamte Skyline von Sydney. Es ist eine wunderschöne Fahrt an diesem zauberhaften Tag. Anschließend relaxen wir noch im Botanischen Garten und heute Abend ist wieder „Fledermaus – Gucken“ angesagt, was uns total fasziniert! Wenn die Nacht hereinbricht gehen wir noch einmal zum Hafen, wo uns wunderbare Nachtaufnahmen vor der Kulisse Sydneys gelingen. Dies ist ein perfekter Tag – der letzte vollständige in DOWNUNDER – bevor wir morgen zurück nach Hamburg fliegen.

16./17./18. Januar 2007, Hamburg

Wir sind wieder in Hamburg. Es ist grau und regnerisch – außerdem ist ein Orkan im Anmarsch, was für hiesige Verhältnisse das Ende der Welt bedeutet....Großartig geändert hat sich hier ja nichts – jedoch in unseren Herzen, seitdem wir einen Teil dieses weiten Landes sahen, die putzigsten Tiere trafen und die Herzlichkeit der Menschen spüren durften. Der Lichtblick hier ist unsere schöne Wohnung; und unsere liebe Ute hat uns einen schönen leuchtend gelben Tulpenstrauß zur Begrüßung auf den Tisch gestellt. Wir werden AUSTRALIEN in unseren Herzen bewahren – auch wenn der graue Alltag zurückkehrt! Dieses weite sonnige Land liegt in unendlicher Ferne, wie wir auf dem Rückflug wieder einmal schmerzlich spürten. Dieser Flug war so unendlich lang... Die Strecke von Sydney nach Bangkok empfanden wir jedoch als nicht ganz so arg. Es gab wieder leckere Sachen zu essen, wir schauten uns über 1.000 Fotos an, fast alle sind einfach super geworden, ich habe mir sogar drei Filme angeschaut, „The Queen“, „Der Illusionist“ und „Ein Herz und eine Krone“ – zum Schluss wurde es aber doch sehr lang und unseren Anschlussflug in Zürich haben wir nicht mehr bekommen. Dafür waren wir lecker in der Lounge frühstücken – das herrliche Schweizer Brot war nach den vielen Tagen des Weißbrotkonsums ein absoluter Genuss! Und auf dem Flug nach Hamburg gab es eine weitere Überraschung – ein paar Sitzplätze von uns entfernt saß kein geringerer als Bob Geldorf... WAHNSINN! Und dann waren wir in der Heimat und mittlerweile seit fast 40 Std. auf den Beinen. Um 18.00 h kippten wir nur so ins Bett und schliefen erst mal 13 Stunden durch. Es ist sehr schön wieder zu Hause zu sein und nicht mehr aus dem Koffer leben zu müssen.

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Der letzte Tag in Sydney wurde noch sehr schwül-heiß. Um 11.00 h mussten wir das Hotel verlassen. Was also jetzt noch machen bis zum Abflug? Wir hatten das Wichtigste im Hafen in der kurzen Zeit gesehen und alles weitere hätte uns jetzt zu sehr angestrengt. Wir schlenderten noch ein wenig durch den trendigen Stadtteil „The Rocks“ – aber auch das wurde in der Hitze immer beschwerlicher. Aber alle Wege führen in den wundervollen Botanischen Garten Sydneys. Wir trafen auf eine Gruppe von Leuten, die sich um „unsere“ heiß ge­liebten fliegenden Füchse kümmern. Sie studieren ihre Gewohnheiten etc. und kümmern sich um kranke Tiere. Sie hatten mehrere Stoffbeutel dabei, in welchen es sich auffallend bewegte. Ein Beutel nach dem anderen wurde geöffnet und die Riesenfledermäuse durften in die Freiheit zu ihren Artgenossen zurück auf die Eukalyptusbäume fliegen. Die Fledermäuse hingen übrigens zu Tausenden auf den Bäumen rings um uns herum. Wir hatten sogar das große Glück eine Babyfledermaus zu sehen, die sich noch in der Obhut dieser Gruppe von interessanten Menschen befand.

Und so wurden die letzten Stunden in Sydney noch zu einem großen Highlight für uns, bevor es zum Flughafen ging. Wir verließen Sydney und die wunderschönen Flying Foxes, die genau jetzt um diese Zeit wieder den Park wechseln. Wir können uns alles sehr gut vorstellen. DOWNUNDER wird immer in unserem Herzen sein, uns auf den nächsten Urlaub am anderen Ende der Welt freuen lassen, uns helfen den grauen Alltag zu überwinden mit der festen Gewissheit, dass wir mit der anderen Seite der Welt verbunden bleiben.

Reiseverlauf als PDF

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